Deutschlands Schuldbekenntnis

Friday 20th of August 2004
Brigitte Weidlich

Die bundesdeutsche Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit machte am vergangenen Wochenende Geschichte mit ihrer Entschuldigung and das Volk der Herero nahe der Wasserstelle Ohamakari bei Okakarara, 100 Jahre nach der entscheidenden Schlacht zwischen kaiserlichen Schutztruppen und den Herero. Die Bitte um ,,Vergebung unserer Schuld" machte internationale Schlagzeilen. Etwa 5000 Herero waren zu den Feierlichkeiten erschienen, ebenso die Minister Poahmba, Nahas Angula und Phillemon Malima. Einige weisse Farmer waren auch zu sehen und Schüler der DHPS. Zwei Hererogruppen aus Botswana und Südafrika (35) waren auch angereist, letztere hatte 3500 Euro Reisezuschuss von der deutschen Botschaft in Pretoria erhalten. Das Foto zeigt Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul mit dem Kranz, den ein Mitglied der Botschaft in Windhoek für sie trägt. ,,Vergib uns unsere Schuld" stand in Deutsch und Englisch auf den Kranzschleifen. Der Kranz wurde an der Stelle niedergelegt, wo 2005 das Denkmal für Samuel Maharero errichtet werden soll. Auf dem Weg zum Waterberg hatte die Ministerin auch einen Kranz in Okahandja am Grab von Samuel Maharero niedergelegt in Anwesenheit von Alfons Maharero, einem Enkel von Samuel. Bevor die Delegation an das Grab gelangte, rief Alfons die Ahnen an: ,,Die Nachfahren Deiner Unterdrücker sind hier, nun kannst Du Frieden finden", sprach er. Am Grab umarmten sich die sehr aufgewühlte Ministerin und Alfons Maharero. An diesem Wochenende findet wieder der traditionelle Hererotag in Okahandja statt, mit einem Aufmarsch am frühen Sonntagmorgen an den Gräbern, dem Reden und Voträge am östlichen Ortsrand folgen. Foto: Brigitte Weidlich

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