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Namibia und die Koalition der Willigen Wednesday 19th of March 2003 Natürlich hinkt der Vergleich; Die internationale Lage zur Zeit der namibischen Unabhängigkeit vor 13 Jahren kann doch wohl nicht mit der heutigen Lage zu Beginn des Irak-Krieges verglichen werden... Oder? Als in Namibia das Ergebnis der Wahlen unter UN-Aufsicht bekannt wurde, fiel die Mauer in Berlin. Das Ende des „sozial existierenden Sozialismus" half auch uns zu einer liberalen Verfassung. Die UNO konnte im Falle Namibia ihr größtes Erfolgserlebnis überhaupt verbuchen. Nie wieder war sie von allen Seiten so hoffiert worden wie 1990 in Namibia. Aber wie sieht die namibische Unabhängigkeit aus heutiger Perspektive aus. Zunächst: Wie stellt sich die heutige Perspektive dar? US-Präsident sucht eine (möglichst große) Koalition der Willigen, aber die hat er im südlichen Afrika verspielt. Zur Unabhängigkeitsfeier ist Israel als einziges Land nicht eingeladen! Dafür aber begrüßt PLO-Chef Arafat den Südafrikaner de Klerk. Inzwischen festigt Namibia seine Freundschaft mit Nordkorea, Kuba, China - und Mugabe. Allesamt Leute, die heute nicht zur Koalition der Willigen gezählt werden können. Das Ansehen der UNO hat in diesen 13 Jahren enorm gelitten. Diplomatie und internationale Vermittlung sind ein Scherbenhaufen. Bush beschließt - ob er der Organisation Mit-gliedsgelder zahlt, an ihren Gremien wie dem neuen „Internationalen Gerichtshof" nicht teilnimmt oder ob er sich über UN-Resolutionen (mit dem Risiko eines Veto) hinwegsetzt... Nein, was sich Bush mit seiner Koalition der Willigen in den Kopf setzt, das will er auch durchsetzen. UNO hin oder UNO her. Damals, 1990 war das anders. Da feierten die drei Außenminister Baker, Schewardnadse und Genscher in Windhoek die Unabhängigkeit. Und weil vor dem Gesetz alle gleich sind, merkten sie wohl auch nicht, wie ungleich manche Namibier durch eine wirtschaftliche Richtlinie wie „Affirmative action" behandelt werden. Und welchen Wert das Parteibuch - bzw. die „Lieblingsfarben" bei nationalen Feiern haben. Die Welt hat heute andere Sorgen. Der Vergleich mit 1990 hinkt tatsächlich. Aber die Frage sei erlaubt: Hat Washington (seit) 1990 den Kontinent Afrika fallen gelassen? Wie kläglich erscheint das damalige Argument: Solange die Kubaner aus Angola abziehen, ist Washington mit der Swapo-Regierung in Windhoek einverstanden. Kläglich im Vergleich zur modernen Achse des Bösen und zum Terrorismus. Das wirklich wichtige Ereignis war der Fall der Mauer und damit der Untergang der Supermacht Sowjetunion. Und das Ende des Kalten Krieges. Namibia war für Washington höchstens ein Bauernopfer. - Heute ist es uninteressant, auf welcher Seite der neuen Fronten wir stehen... Für die Unabhängigkeit eines selbständigen Palästinas setzt man sich ja auch nicht so vehement ein. - Und die UNO versagt ständig. Außer 1990. Weil sie damals im Vorgehen gegen Apartheid von einer großen „Koalition der Willigen" unterstützt wurde. |
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