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Friday 27th of August 2004 Nun ist also wieder alles im Lot... Während der bundesdeutsche Außenminister Fischer noch linguistische Klimmzüge bis hin zum „entschädigungs-irrelecantem Bedauern" machte, war „die Rote Heidi" in Ohamakari den Tränen nahe, als sie die Herero um Vergebung bat.. Die Katze ist aus dem Sack! Riruako läßt die Entschä-digungsklage nicht fallen (warum auch? Jetzt doch erst recht...). Und Deutschland wird die Entwicklungszusammenarbeit mit Namibia „fortsetzen". Das wird in Zeiten knappster Kassen nicht sehr leicht sein. Die Ministerin ist nach dem zögerlichen Roman Herzog doch sehr weit gegangen. Was die Justiz daraus macht, was Akademiker über Trothas „Vernichtungsbefehl" formulieren, kann noch nicht endgültig gesagt werden. Ein Ende weitreichender Entschädigungsklagen ist nicht abzusehen. Toleranz und Versöhnung sind vonnöten. Möglichst auch ein Verständnis der zeitrelevanten Zusammenhänge. Um so erstaunlicher ist es, daß niemand Oberstleutnant a.D. Klaus Lorenz zitiert, der am 31. März 2001 starb, aber vorher eine Magisterarbeit in Hamburg einreichte, in der dem Begriff „Völkermord" ein Ende bereitet wird. Hintergrund zu den Aufständen der Herero waren Landraub, Morde an Stammesangehörigen, ungeklärte Todesfälle in Gefängnissen, selbst die Rinderpest. Die Herero sahen schon deshalb ihre Existenzgrundlage schwinden. Es gab schwarz-schwarze und danach schwarz-weiße Auseinandersetzungen. So kam es, daß 1884 die Hottentotten an die deutsche Kolonialverwaltung traten - mit der Bitte um einen Schutzvertrag (gegen Hereros). Das Ganze hat Parallelen zu den Streitigkeiten in den letzten Tagen von SWA/Namibia, als UNTAG die Rolle einer Schutztruppe übernahm. 1904 versuchten die Hereros, die Deutschen loszuwerden. Im Januar wurden 123 deutsche Siedler, Händler und Soldaten umgebracht. Die Schutztruppe versuchte erfolglos, der Herero im Buschkrieg Herr zu werden. 1904 war ein Trockenjahr. Östlich des waterberg fanden Hereros noch frisches weideland. Der Schutztruppe gelang es nicht, sie dort einzukesseln und zu schlagen. Sie zogen nach Osten weiter. Die Führer der Herero hatten sich schon vor der Schlacht am Waterberg die Rückendeckung der Briten in Betchuanaland eingeholt. Deshalb wollten die Herero Leben und Landbesitz der englischen und burischen Farmer verschonen. Nach der Kesselschlacht am Waterberg zogen die Hereros durch die Kalahari-Steppe nach Osten, zu den Briten. Die Deutschen glaubten an das Verdursten aller abgezogenen Hereros. Der Zug durch die Steppe forderte unheimlich viele Opfer. Trockene Weide, knappes Wasser konnten die vielen Menschen nicht ernähren. Die Zahl der Toten blieb ungeklärt. Doch Wochen und Monate nach der Schlacht tauchten wieder große Zahlen von Hereros auf den Lohnlisten deutscher Farmer, in Berichten der Missionsstationen und Polizeistellen auf. 1930 registriert Botswana bei einer Volkszählung 6 000 Hereros. Ist die Flucht durch eine Steppe ein „Völkermord"? Dieser Vorwurf wurde in den 60er Jahren von einem DDR-Historiker erhoben, der die „verbrecherische Kriegsführung der imperialistischen deutschen Kolonialtruppe" zu belegen hatte. Sein Vorwurf: die Schutztruppe habe die Hereros durch eine schwache Stelle im Einschließungsring in ihr Verderben rennen lassen. Hierzu gibt es unterschiedliche Meinungen. Die deutschen Truppen konnten zunächst nicht folgen (Erschöpfung, Krankheit von Pferden, Wassermangel). Sie hatten die Herero nicht bezwungen und entwaffnet. Sie hatte ihren Auftrag nicht erfüllt. Das Ende der Kämpfe war so nicht geplant. Es war kein „Völkermord". |
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