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Saturday 4th of September 2004 Wahlleiter Philemon Kanime gab bekannt, daß eine Änderung am Wahlgesetz bereits vom Kabinett besprochen wurde und demnächst im Parlament diskutiert werden soll. Wenn alles gut geht, können sich potentielle Wähler, die zur Zeit der Wahlen (15. und 16. November: Präsidentschaftswahl und Parlamentswahl; 29. und 30. November Regionalwahlen) vom 20. September bis 3. Oktober als Wähler erfassen lassen. In Namibia gehen bekanntlich nur rund 50 Prozent der Wahlberechtigten tatsächlich an die Urne. Das ist erschreckend, denn durch solche Apathie wird unsere junge Demokratie keineswegs gefördert. Es gibt viele Gründe für das mangelhafte Engagement der Wähler, denen der „Test unserer Politiker" am „Arm" vorbei geht. Einer davon war, daß Namibia keine Briefwahl kennt - und damit schon tausende Stimmen verloren gehen. Aber das ist keineswegs der wichtigste Grund! Manche führen politische Ohnmächtigkeit, mangelnde Information (Unkenntnis), selbst Einschüchterung an. Und DTA-Chef Kaura bringt es auf einen Punkt:"Manche benehmen sich wie Fremde im eigenen Land; dann wundern sie sich, daß sie wie Fremde im eigenen Land behandelt werden". Die Wähler-Apathie ist schockierend! Wissen Sie noch, daß in Walvis Bay und Windhoek gerade mal 30 Prozent der registrierten Wähler an der Stadtratswahl teilnahmen? Das Ergebnis: in solchen Fällen waren die Oppositionsparteien enttäuscht. Wo es eine hohe Wahlbeteiligung gab, war es in erster Linie die regierende Swapo, die überrascht wurde. Die „Partei der Nicht-Wähler" ist in Namibia so groß, daß ein junger Politiker meinte: „Man sollte sich als eine Partei der Nichtwähler registrieren lassen ..." Allerdings ging ihm sofort das Licht auf: Dann kommen die Anhänger der Partei nicht zur Wahl... Die Apathie, das Desinteresse bzw. das mangelhafte Engagement sind ein Aspekt. Daß man politisch „die Flinte ins Korn geworfen" hat, ist ein anderer Aspekt. Ignoranz ist ein weiterer Grund für die niedrige Wählerbeteiligung. Hinzu kommt, daß sich die Opposition spaltet statt gemeinsam den Strohhalm zu ergreifen, der ihnen geboten ist: Pohamba hat nicht mehr den Vorteil, „Befreiungspräsident" zu sein. Er ist auch nicht Landesvater und Held im Unabhängigkeitskampf. Gerade die Jugend ist kritischer geworden. Hier und dort haben Oppositionsparteien ihre Chance gewittert: die UDF ist dabei, sich eine Machtbasis aufzubauen (allerdings nur in ihren ethnischen Hochburgen). Ethnizität spielt auch bei NUDO und RP eine Rolle. Der Traum von einer „Niederlage" der Swapo (politischer Neuordnung) kann nur verwirklicht werden, wenn sich Oppositionsparteien verbünden. Aber welcher Parteichef verzichtet schon freiwillig auf seine Präsidentschaftskandidatur? Moses Garoeb nicht, Kaura nicht, Pretorius nicht, Moses Garoeb nicht... Das wiederum ist eine Folge der Ignoranz und des mangelhaften Engagement jener Einäugigen, die man im Lande der Blinden zu Königen wählen würde. |
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