Auch so kann man Geld verschwenden

Saturday 4th of September 2004
Hans Feddersen

Wir Namibier haben es gut. Es gibt kaum einen Bereich unseres Lebens, wo keine Spenden fließen... Ob es Medikamente, Hungerhilfe, Krankenhausbetten sind - „man" hilft und steht und bei. Na gut, für ein Flugzeug müssen wir wohl bezahlen. Aber Lokomotiven kommen aus China und Brasilien schenkt uns eine Fregatte. Deutschland ist bereit, Gelder für den Straßenbau zu spenden - und dann gibt es ja noch den Fond, mit dem die Land-Umverteilung bezahlt werden soll. Es gibt Suppenküchen und solche, die eine bestimmte Eintönigkeit des Essens mögen oder auch nicht... Schade nur, daß noch kein Spender auf den Gedanken kam, die Schulden von Otto Normalverbraucher oder Bennie Farmer zu übernehmen. Sei es ein Bankdarlehen, die Miete oder Wasser und Licht... Wenn nun aber der Staat Schulden hat, werden sie (manchmal mit patriotischen Begründungen „im nationalen Interesse") erlassen. Stadtverwaltungen machen der Regierung regelmäßig ganz tolle Geschenke (Stichworte: Staatshaus, Heldenacker, Ramatex). - Denn die Windhoeker Stadtverwaltung ist reich. - Nicht so wie Swakopmund, wo man um den Lohn für Überstunden-Dienste mit der Regierung feilschen muß. Windhoek hat‘s! Denn neulich wurden Glanzpapier-broschüren zum 10. Geburtstag der „City of Windhoek" in gewisse Postfächer verteilt. Die Empfänger haben sich gefreut! Präsident Nujoma und Bürgermeister Shikongo trugen mit Gratulations-Worten zu dem Prachtexemplar bei. Interessant ist 9neben all den weisen Worten über die Hauptstadt, auf die wir alle stolz sein dürfen) vielleicht noch, daß erstmals seit der Unabhängigkeit das offizielle Gründungsdatum angegeben wird: 1890. Das ist schon deshalb bedeutend: 1990 hatte man doch schon die 100-Jahr-Feier vorbereitet - und dann mußte sie wegen politischer Unkorrektheit abgeblasen werden (bis hin zur Änderung der Karnevalsorden!). Gut, es gibt „halbstaatliche Unternehmen" und ein,zwei Privatfirmen, deren Anzeigen in die Broschüre aufgenommen wurden. Aber wurde damit der (teure) Druck bezahlt. Wie finanziert sich solch ein Prestige-Projekt? Und warum erscheint es erst jetzt (2004)? Wo der Ort doch seit 1992 „City" heißt - und das Zehnjährige also schon zwei Jahre her ist.....

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