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Warum kommen weniger Touristen? Sunday 19th of September 2004 Vorweg ein paar eiskalte Fakten: Aus unterschiedlichen Zweigen und Dienstleistungsbetrieben wird eine Abnahme der Besucher (Touristen) gemeldet. Manche melden eine Abnahme um 6 Prozent; bei anderen ging der Umsatz um 30 Prozent zurück. Ganz mies sind die Aussichten jener Swa-kopmunder Geschäfte, die auf Touristen angewiesen sind. Wohlgemerkt: Swakopmund hat nicht den Wildreichtum des Etoschaparks vorzuweisen - und ist deshalb doppelt gefährdet. Die Geschäftswelt spürt den Rückgang im Tourismus sofort... Im Jahre 2003 bezogen 23 000 Menschen ihren Lebensunterhalt aus der Tourismus-Industrie; hinzu kommen 32 000 Posten, die indirekt vom Tourismus gefördert werden. Vor der Unabhängigkeit war Namibia isoliert. Ein Aufatmen ging durch unsere Reihen, als wir endlich dieses neue Wachstumspotential nutzen konnten. Was war es nicht für ein tolles Erlebnis, erstmals an internationalen Messen teilzunehmen! Deshalb sollte uns um so mehr interessieren, warum plötzlich alles schief geht. Osama Bin Laden? Die Bush-Regierung? Der Putsch im Caprivi? Wer kann die Willkür erklären, mit der Minister angestellt oder entlassen werden? Sollen wir wirklich dem Spiegel-Artikel mit Opportunismus und Kollegenschelte entgegnen? Oder spielen vielleicht doch die zunehmenden Verbrechen eine Rolle? Einen Mord im Touristen-Paradies Swakopmund kann man nicht verschweigen! Ganz klar: In aller Welt schnallt man den Gürtel enger. In Deutschland „sitzt der Euro auch nicht mehr so locker"... Wenn Reiselustige also mit Billigflügen nach Nordamerika gelockt werden, fällt es den Besuchern schwer, sich für Namibia zu entscheiden... Es kommt noch etwas hinzu: Das südliche Afrika steht in dem Ruf, in Fragen der Landreform dem unrühmlichen Beispiel Simbabwe folgen zu wollen.Allzu häufig wurde unbegründet über „Imperialisten" und „Kolonialisten" geschimpft. So sehr, daß ein Teil der hiesigen Bevölkerung politisch uninteressiert ist - oder sich sogar eingeschüchtert fühlt. Wer besucht schon gern ein Land, in dem Korruption, Vetternwirtschaft und miese Arbeits- und Zahlungsmoral an der Tagesordnung sind? Vielleicht beobachten Besucher ja auch, daß wir gerne bereit sind, tausende Asiaten zu importieren, während unsere Wähler am Hungertuch nagen. Und daß wir auch im Jahre 4 des 21. Jahrhunderts Helden verehren, deren Ideologie (des real existierenden Sozialismus) längst überholt ist. Und daß wir mit Steuergeldern, die für Erziehung und Gesundheit benötigt würden, Prestige-Projekte bauen, die angeblich im „nationalen Interesse" seien... (egal, ob Ramatex, Staatshaus, Heldenacker oder Flugzeuge und Marine) Es kommt noch etwas hinzu: Namibia befindet sich in einem Wahljahr, in dem ein Nachfolger für den großen Landesvater gefunden werden soll. Der Kandidat der aussichtsreichsten Partei hat in seiner ersten Fernsehansprache zur Landreform mit großem Getöse eine Enteignung als mögliche Methode angekündigt.Was er in großer Eile verkündete, war keineswegs klar und deutlich. Auch Botschafter hatten Mühe, diese Unsicherheit aus der Welt zu schaffen. Vielmehr entstand der Eindruck, daß auch Diplomaten einseitig nur noch die politische Elite in Schutz nahmen. Diese Unsicherheit sollte Kandidat Pohamba aus der Welt schaffen, bevor er Präsident Namibias werden kann. Er hat in großem Maße dazu beigetragen, daß Touristen andere Flecken dieser Erde aufsuchen. |
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