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Als sei eine Eiterbeule geplatzt Sunday 19th of September 2004 Tag für Tag lungern Namibias Arbeitslose an allen Straßenecken herum. Tag für Tag steht neben einem Kunden, der soeben sein Bargeld an der Kasse abzählt, ein Kind, das bettelt. Wer hat es noch nicht erlebt: Man hält kaum auf einem Parkplatz oder an einer Tankstelle - und schon ist man umringt von Kindern, die irgendeine Kleinigkeit (möglichst Geld) wünschen. Oh, armes, armes Namibia... Wie oft klagten Mitglieder des Windhoeker Stadtrates schon darüber, daß für Ramatex (und Asiaten) viel getan wird, aber wenn es um Namibier geht, die sich in Slum-Siedlungen Katuturas ausbreiten, seien „die Hände gebunden"? Wie oft wollten Journalisten schon Ramatex besuchen, weil gerade wieder wegen höherer Löhne gestreikt wurde, oder weil man eine chemische Vergiftung unseres Grundwassers vermuten konnte. Jetzt aber muckt sogar die Gewerkschaft auf. Und diesmal geht es nicht nur um die Frage, was tausende „Menschen mit den kleinen Augen" hier in Namibia zu suchen haben, wo wir doch selbst billige und unqualifizierte Arbeitskräfte abgeben würden. Schließlich hat der Steuerzahler irgendwie auch zu Ramatex beigetragen. Das Innen-, Handels- oider Gesundheitsministerium hat bisher kaum oder äußerst unfähig auf den jüngsten Vorfall reagiert, als zunächst die grausamen, unmenschlichen Umstände bekannt wurden, unter denen bis zu 400 Helfer aus Bangladesch (warum eigentlich) hausen mußten. Und dann wurden sie plötzlich entlassen und (von Ramatex) in ihre Heimat zurückgeschickt. Weil damit die gerichtliche Untersuchung der Stadtverwaltung unter den Tisch fällt? Plötzlich spricht jeder von den Menschenrechtsverletzungen mitten in Namibia. Die Ministerien schweigen. Inspektionen und Proben des Grundwassers sind immer noch nicht genehmigt. Ramatex tanzt der Stadt und der Regierung auf der Nase herum! Lauter Fragen - vor allem hätten wir gern gewußt, wer Ramatex und seinem Boss Albert Lim (in Kuala Lumpur) das grüne Licht für die Textilfabrik und das Massenquartier gab. Wer hat sich hier bereichert? Wo so viel geschwiegen und vertuscht wird, ist es gut, daß die Eiterbeule aufplatzt. Auch wenn die Schweinerei zum Himmel stinkt! |
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