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Sunday 26th of December 2004 Es weihnachtet sehr. Man spürt es - und plötzlich braucht jeder ein paar Wochen Urlaub. Im Inland ist es zu heiß, da muß man doch an den Strand... Und in dieser so besinn-lichen Zeit werden sich viele Namibier, die poli-tisch Interessierten vorne weg, Gedanken über unsere Lage machen. Denn wir haben einen neuen Führer gewählt, und wagt noch niemand so recht, den Abschied vom bisherigen „Landesvater" zu vollzie-hen. Es ist an der Zeit, Abschied zu nehmen - auch wenn Nujoma noch bis 2007 die Zügel der Partei ganz fest in den Händen hält. Erinnern wir uns: Als Namibia unabhängig wurde, erließ man uns die Schulden (z.B. Südafrika über 750 Millionen). Wir fingen mit einem sauberen Blatt an... und heute? Heute schuldet der Staat Namibia 30,9 Prozent seines BSP. Die Schulden sind auf N$ 10,2 Milliarden gestiegen. Aber die Finanzministerin legt keinen Zusatzhaushalt vor, sondern sie teilt die letzten N$ 150 Millionen auf, die noch im Staatssäckel sing - und da entfallen N$ 52,5 Millionen auf den Staatspalast (bei weitem der höchste Betrag). Der Steuerzahler soll zur Beerdigung von Maxton Mutongolume N$ 180 000 beisteuern. Er fragt sich vielleicht, wer denn das ist. Und für den Abschied des Präsidenten sind N$ 1,7 Millionen veranschlagt. Bevor wir zum Abschied zurückkehren sei die Frage erlaubt, ob die Überwachung der Wahlen durch Soldaten N$ 8 Millionen kosten mußte - und was wir von der präsidentiellen Untersuchungs-kommission (DBC/AMCOM) haben, die N$ 3 Millionen kostet. Dann aber werden wir auch über die Ausgabe von N$ 2,5 Millionen an die staatliche NBC für Berichterstattung über die Wahlen stolpern. - und über N$ 20 Millionen, die der Polizei für ihre Überwachung der Wahlen bezahlt werden. Und überhaupt: Die Wahlkommission hat für Präsidentschafts- und Parlamentswahlen N$ 30 Millionen beansprucht... WOFR? Was hat der Steuerzahler von solch teuren Prozessen??? Aber das Abschiedsgeschenk für Dr Sam Nujoma (N$ 1,7 Millionen) führt zu der frage zurück: Woran werden wir uns erinnern, wenn der Präsident plötzlich Pohamba heißt? An den Parteitag in Tansania gewiß nicht. Das wissen wir nicht mehr - ujnd weder Muyongo noch Shipanga spielen heute noch eine Rolle... Dann schon eher an die Verabschiedung der Herren Hamutenya und Geingob... Im Zusammenhang mit Nujoma wird man an Freiheitskampf, Helden-Gedenkfeiern und -acker sowie an Farmen, Flugzeug und sogar Tankstelle denken. Auch an den neuen Staatspalast. Lauter „nationale Symbole, die Versöhnung und Stolz einer jungen Demokratie" darstellen sollen. Und enorm viel kosten! Wir werden aber kaum an Fortschritte in den Bereichen Gesundheitswesen, Arbeitsplatzbeschaffung, Erziehungs-wesen deken, denn unser erster Präsident glänzte auf anderer Bühne. Wenngleich die Zeit der Besinnung erst anfängt - ich denke zum Abschied an Erich Kästners „Grenzen des Millionärs" (aus den „Lehrsätzen des armen Mannes"): Er könnt‘, aus purer Lust am Prassen, sich gold‘ne Beefsteaks braten lassen. Schon gut. Indessen - Kann er sie essen? Goldene Beefsteaks wiederum scheinen das Wunsch-Menü vieler afrikanischer Staatschefs zu sein. |
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