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Schön ist das Geld - wenn man's hat! Sunday 16th of January 2005 Vergleichen wir doch mal Deutschland und Namibia! Oder noch genauer: Gerhard Schröder und Sam Nujoma. - Der eine reist mit einer Wirt-schafts-Delegation nach China und versucht, dort neue Märkte zu er-schließen (u.a. auch für Schnellzüge), der andere läßt in schweißtreibender Arbeit eine Eisenbahn „in Richtung Angola" bauen - und darf demnächst aus China äußerst schnelle Passagierzüge empfangen. Wobei man sich natürlich sofort fragt, auf welchen Schienen derartig schnelle Züge fahren sollen. Man spricht von „nicht weniger als 100 Stundenkilometer"... Und während Schröder seinen Aufenthalt in Österreich abbricht, um sich um die Folgen der Tsunami-Katastrophe zu kümmern, empfängt der andere in Terrace Bay eine neunköpfige Abordnung aus Libyen... Natürlich kann Namibia nicht sehr viel für die Länder Südasiens spenden (oder tun). Schon gar nicht so viel wie der Bundeskanzler. Den hat ja schon einmal eine Flut politiswch ganz nach oben gespült. Und nun nimmt die Krise und Deutschlands Beteiligung internationale Dimensionen an. Deutschland verspricht 500 Millionen Euro. Damit stellt die Bundesregierung viel mehr als die Vereinigten Staaten oder einige Mitglieder der EU zur Verfügung. Hinzu kommen noch die privaten Spenden, die ebenfalls über 400 Millionen Euro gestiegen sind. Kein Wunder, daß sich die ganze Welt fragen wird: Warum klagen die Deutschen eigentlich über Arbeits-losigkeit und Stellenabbau, über Rentenreform und Kosten der Krankenkassen... wenn sie doch so viel Geld locker machen können? Und in Namibia wollen einige Herero - und in Zukunft vielleicht auch andere Gruppen durchaus dicke Summen für „Wieder-gutmachung" erhalten..., warum also nicht Deutschland „anzapfen"? Ob unser Präsident sich an Deutschland orien-tiert, wenn es um sein Abschiedsgeschenk geht, ist nicht bekannt. Beob-achter sind teilweise schockiert über den Luxus und die Summen, die Autos und das Personal, das in Zukunft allen scheidenden Präsidenten den Abschied versüßen sollen.. Andere meinen, Namibia diene auch in dieser Hinsicht als leuchtendes Beispiel für den gebeutelten Kontinent, denn auf derartige Abschieds-Pakete würden auch die größten Despoten nicht gern verzichten. Nur durch große Summen könne man sie zum Rücktritt bewegen...Wie schön doch Geld ist, wenn man es hat!! Doch noch einmal zu Gerhard Schröder. In Umfragen liegt er mit seiner Partei vorn. Die Bundesbürger begrüßen sein Angebot (und das schnelle Auftreten angesichts der Krise). Aber hat die deutsche Regierung nicht politische Hintergedanken? Wer möchte denn abstreiten, daß Deutschland die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 austragen darf, weil sich die Asiaten für Deutschland stark machten? Und nun übertragen wir diese Freundschaft auf den Sicherheitsrat der UNO: Es ist durchaus denkbar, daß Deutschland wieder einmal als „Sonnyboy" in Asien dasteht. Und nun mit Hilfe asiatischer Stimmen seinen ständigen Sitz im Sicherheitsrat bekommt... Wer Schröder loben möchte, sollte nicht vergessen, daß auch Nujoma ein Lob verdient hat: Er wird untersuchen lassen, ob die Finanzierung des Filmprojekts „Where others wavered" (immerhin N$ 42 Millionen Steuergelder) nicht zu hoch angesetzt war... Immerhin! Das ist ganz erstaunlich! |
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