![]() |
![]() |
|||||||||||||||||||
|
Friday 21st of January 2005 Der „Spiegel" (Ausgabe 3/2005) macht sich vermutlich schon wieder unbeliebt, denn über Namibias „Zweifel am Wahlergebnis" findet das Nachrichten-Magazin scharfe Worte. Wer in Namibia lebt, gewöhnt sich schnell an ständig neue Kritik - und unternimmt nichts! Wir wollen dem Land nicht schaden. Nur wenn der gute Ruf gewahrt wird, kann man mit Inve-stitionen und Touristen rechnen. Der Tourismus ist doch der einzige Wirtschaftszweig, der wächst... Dennoch: Bei den Parlamentswahlen gab es Ungereimtheiten. Plötzlich hatte Swapo mit 76,3 Prozent gesiegt. Vor allem CoD und RP beantragen vor dem Obersten Gericht , daß die Wahl annulliert wird. Der Spiegel: „Nach Angaben von Oppositionspolitikern, denen erst nach einem richterlichen Beschluß der Zugang zu den Wahlunterlagen gewährt worden war, befinden sich die Dokumente in einem chaotischen Zustand. Hunderte Papie-re wurden falsch oder unvollständig ausgefüllt, in etlichen Wahlkreisen wichen die nun gezählten Stimmen massiv vom amtlich bekannt gegebenen Ergebnis ab. Nun kann man auch Phil ya Nangoloh (NGfM) zitieren: „Wir sind nicht in der Lage, die Wahlen fair und frei zu nennen" - aber dann hört es auch schon langsam auf. Kein weiterer Protest... Kein Aufschrei! Keine Montags-demonstrationen. Namibier sind genügsam... Sie wollen ihren lieben Frieden, selbst wenn Ungerechtigkeit herrscht... (Ein Bundeskanzler Schröder hätte trotz Hartz IV seine Freude an solchen Bürgern!) Nun wurde die Öffentlichkeit aufge-fordert, durch Spenden zum Gerichts-prozeß beizutragen. Bisher sind N$10 000 der benötigten N$ 200 000 zusammen getragen worden. Der Spiegel: „Die Kungeleien um die Wahl nähren Befürch-tungen, nach denen sich Namibia immer mehr in einen autoritär geführten Einparteienstaat der Swapo verwandelt". Und wir unternehmen nichts. Nicht einmal mit anonymen Beiträgen auf das Konto: „Salvage Democracy - Nr 8000 542 898 Bank Windhoek (Maerua Mall, BLZ 483-872) „kämpfen" wir um Demokratie und unsere Rechte... Der Spiegel: „Nujomas designierter Nachfolger Hifikepunye Pohamba gilt als treuer Genosse des Lenin- und Ho-Tschi-Minh-Friedenspreisträgers." Und dann folgt der Seitenhieb: „Die Bundesregierung hat die namibischen Machthaber in den vergangenen Jahren mit Entwicklungshilfe in Höhe von 500 Millionen Euro unterstützt - ein afrikanischer Rekordwert". Kritiklos lassen wir uns alles gefallen. Natürlich ist es nicht ganz einfach, Kritik zu üben und zu dulden - in einem Land, wo man viel zu schnell den Vorwurf hört, gegen Versöhnung und nationale Einheit zu agieren, sobald man Tatsachen auf den Tisch legt. Das Stichwort von der „politischen Korrektheit" schüchtert uns weiter ein. Zuletzt wird man apathisch und freut sich, daß es nicht noch schlimmer ist. „Immerhin herrscht Frieden". Ein teuer erkaufter Frieden, denn es gibt Probleme, die zum Pulverfaß werden können (etwa Arbeitslosigkeit). Die Menschen in unserem „Land of the Brave" sind eben nicht sehr mutig. Die Masse der Wähler nicht, die Politiker, die auf ihre Gehälter angewiesen sind, erst recht nicht. Was wir brauchen, ist Zivilcourage. Denn Minderheiten sind am besten durch Demokratie geschützt. Und in diesem Sinne muß man den Spieß umdrehen: Der Einsatz für die Demokratie ist „politisch korrekt". Also, tun wir doch etwas!
|
|||||||||||||||||||
![]() |
Plus online by Plus Weekly |
![]() |
||||||||||||||||||





