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Friday 28th of January 2005 1838: Mit etwa 450 Voortrekkers, bewaffnet mit Musketen und kleinen Kanonen, besiegt Andries Pretorius etwa 3 000 Zulus mit Kurz-Speeren. Die Voortrekker - das waren Buren, die mit Ochsen-wagen ab etwa 1830 die Kapkolonie verließen und einer ungewissen Zukunft im Landesinneren ent-gegen zogen. Pretoria, die „Hauptstadt des Apartheid-Regimes der Weißen" wurde nach Pretorius benannt. Mehr als zehn Jahre nach Einführung der multi-rassischen demokratie in Südafrika sollen die Namen von Städten verändert werden. So soll auch der Name Pretoria verschwinden. Bei kleineren Orten wird schon mal ein Auge zugedrückt, zumal beleidigende Namen wie „Kaffirspruit" und „Boesmanspruit", „Kaffirskuil" und „Kaffirskraal" auf keiner Landkarte zu finden sind; so klein sind diese Flecken. Aber „Pretoria", das klingt interessanter. Im Jahre 2000 gab es den ersten Vorstoß, aus Pretoria „Tshwane" zu machen. Schließlich war Chief Tshwane der erste Einheimische, der sich in der Umgebung ansiedelte. Damals löste man das Problem, indem die Umgebung der Hauptstadt den Namen Tshwane erhielt. „Pretoria" selbst blieb erhalten. Die Polizei-Wagen fahren jedoch schon für die „City of Tshwane". Die Uni heißt weiterhin „Universität Pretoria". Den nächsten Vorstoß gab es 2003. Im August wurde der Vorschlag gemacht. Aber sofort wurde er „auf unbestimmte Zeit" verschoben, denn es gab einen Aufschrei! Ein Ausschuß sollte die Namen Pretoria, Tshwane und vor allem auch die finanziellen Kosten einer Namensänderung feststellen. Dabei stellte sich heraus, daß in der Sprache Nguni (der Ndebele) „Tshwane" so viel wie „kleiner Affe" bedeutet. Es hagelte inzwischen „mindestens 1000 e-mails" gegen den Namen. Nun erwartet man den Bericht dieses ausschusses im Februar 2005. Der Stadtrat soll dann entscheiden, ob der Name der Hauptstadt geändert wird. Und wie sie dann heißen soll. Beobachter glauben jetzt schon, daß der „Prozeß" bis zu acht Monate dauern kann. Denn man möchte unbedingt die Öffentlich-keit beteiligen. Und das kann ungeahnte Emotionen auslösen! Man darf gespannt sein. „Tshwane" soll auch das Motto des Ndebele-Chiefs sein (etwa" Wir sind gleich". Interessant ist auch, daß der Name „George" verschwinden soll Der Ort in der Western Cape Province wurde nach dem englischen König George III. benannt, der 1811 regierte, als der Ort gegründet wurde. Nun soll aus „George" der Ort „Outeniqua" (nach einem Khoi-Häuptling) werden. Man gewöhnt sich an alles... Auch an neue Namen. Die Frage darf jedoch immer wieder gestellt werden: Sind derartige Änderungen nicht mit einem politischen Bildersturm zu vergleichen? Soll ein Stück Geschichte „umgeschrieben" und verschwiegen werden? Warum nennt man nicht neue Siedlungen nach historisch „verkannten" Häuptlingen? Denn zwei Tatsachen wird jeder einsehen: Erstens ist die Umbenennung teuer - und zweitens gehen oft interessante Attrraktionen für Touristen verloren. Wird z.B. ein Tourist aus Großbritannien nach „Outeniqua" fahren, um das Ortsschild zu fotografieren? |
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