Eine schreckliche Woche

Sunday 6th of March 2005
Hans Feddersen

Es war eine ganz schreckliche Woche.

Paulus Kapia - ja, der von der Swapo-Jugendliga, schießt Giftpfeile gegen einen Teil der Presse ab, die „den Präsidenten beleidigt".

Präsident Nujoma sagt ein Treffen mit den Stammes-führern der Ondonga und Oukwanyama ab, deren Angehörige sich vor kurzem wegen eines Grenzdisputs buchstäblich bekämpften. Also wird die Versöhnung vorerst verschoben?

Die Windhoeker Stadtverwaltung gibt zu, daß Ramatex allein für eine Erhöhung der Stromausgaben über 4,3 Millionen sorgte.

Die Regierung soll zusätzliche 65 Millionen N$ für die staatlivche Krankenkasse zur Verfügung stellen, die durch zunehmende HIV/Aids-Fälle ziemlich strapaziert wird.

Das Propagandablatt „Southern Times" hat seit Mai 2004 pro Wochenausgabe erst mickrige 2432 Exemplare verkauft... Aber die Steuerzahler sollen auch dieses großartige Projekt finanzieren. Dabei macht New Era schon enorme Verluste. (Ganz nebenbei: Vielleicht ruft Kapia deshalb zum Boykott der anderen Zeitungen auf?). Für die Southern Times wird in New Era gehörig Reklame gemacht. Wer bezahlt diese Werbung?... natürlich.

Was wird aus unserer pluralistischen Presselandschaft und Meinungs-vielfalt?

Der Karibiber Stadtrat entläßt drei Angestellte wegen Mißwirtschaft und Unfähigkeit.

Die Windhoeker Bürger schulden ihrer Stadtverwaltung N$ 220 Millionen - man muß sich diese Ziffer einmal vorstellen. Bei 233 529 Einwohnern ... Und schon gibt es Überlegungen, wonach die Regierung den Bedürf-tigen, die ihre Schulden nicht mehr zahlen können, unter die Arme greifen könnte.

Namfish meldet Konkurs an.

Wesco entläßt 82 Angestellte.

Und dann Nando‘s: Damit die Hühner mit dem besonderen Geschmack überhaupt angeboten werden konnten, hat der Rentenfonds der Regie-rung N$ 10 Millionen Startkapital bereit gestellt. Nun mußte der Fonds (GIPF) gerichtlich vorgehen, um N$ 13,68 Millionen zurück zu fordern. Gut, GIPF hat N$ 19 Milliarden, aber die prinzipielle Frage sei erlaubt, ob mit Renten-geld tatsächlich Hühner gebraten werden müssen...

Erschreckend waren auch Meldungen über Regierungsbeamte (vermutlich Mitglieder der regierenden Partei), die Gelder unterschlagen haben: Der Steuereinnehmer von Rundu und jener in Oshakati, dazu ein Regionalrat von Oshona, der NamPost um N$ 30 000 „erleichterte".

In Windhoek beginnt der Gerichts-prozeß zweier Oppositionsparteien gegen die Wahlkommission klagen. Eine weitere Oppositionspartei denkt 46 Jahre nach ihrer Gründung über ihr Ende nach (Swanu). Was wird aus unserer Vielparteien-Demokratie?

Namibia schuldet inzwischen mehr, als es einnimmt. Wegen mangelhaften Finanzmanagements sind die Schulden seit der Unabhängigkeit, als sie knappe N$ 180 Millionen betrugen, ins Unermeßliche gestiegen Pro Kopf und Nase schulden wir N$ 6722.22!!!!!!!!!

Aber der Staatspalast wird gebaut, der Premierminister will eine Residenz in Swakopmund haben, Teile des Nujoma-Films sollen auf Kuba gedreht werden, die Regierung verschleudert weiterhin Gelder (auch für New Era). Das Verteidigungs-ministerium benötigte z.B. N$ 57 Mio. mehr, u.a. für den Krieg in der DRC.

Was macht es da schon, daß Air Namibias Flug - ausgerechnet jener mit der Wirtschaftsdelegation aus Deutschland - um ein paar Tage verspätet in Namibia eintrifft? Na gut, das kostet auch Geld und Ansehen, aber...

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