Hanno Rumpf hat es schwer

Sunday 6th of March 2005
Hans Feddersen

Wir haben es ja schon oft gesagt: Der namibische Botschafter in Berlin hat es nicht leicht. Hanno Rumpf kam im vergangenen Jahr in die unbequeme Situation, daß er einen Bericht des spiegel kritisieren mußte, der sich mit der Enteignung von Farmen befaßte. Da mußte Botschafter Rumpf zusehen, daß dem Lande nicht allzu viele Investoren und Touristen abhanden kommen, die vielleicht ähnlich kritisch wie der Spiegel sein könnten. Nun ist es wieder vorgekommen, daß der Botschafter ohne eigenes Verschulden - nein: seine Absicht war verdammt gut und edel - in die Bredouille kam: Air Namibia brachte seine Delegation aus Wirtschaftsleuten relativ unpünktlich nach Windhoek. Man kann nur hoffen, daß der Besuch, der so gut eingefädelt und vorbereitet war, nicht NUR wegen dieses Malheurs in die Geschichte eingehen wird. Denn das Land hat wirklich viel zu bieten, sieht man vom äußerst schwierigen Aufbau einer Demokratie, Verwaltung der Finanzen und einigen organisatorischen Pannen ab. Die Gäste aus Deutschland werden auch Verständnis dafür haben, daß wir enge Kontakte zu China, Nordkorea und Kuba pflegen (etwa, wenn es um Eisenbahnen geht). Vielleicht können wir den Besuchern ja die Augen öffnen: Der Weg zum dicken Geschäft führt nach China. Und die Tür nach China kann in Namibia geöffnet werden... Blablabla! Es bleibt zu hoffen, daß die Unternehmer nicht viel mitbekommen von dem Gerichts-prozeß der zwei „unbedeutenden Oppositionsparteien" gegen die Auszählung von Wählerstimmen. Und wer die Menschen-rechtsorganisation unter Phil ya Nangolo ist, nämlich ein ehema-liges Propagandainstrument der ehemaligen Rassisten aus Südafrika, das hat Botschafter Rumpf der Delegation vermutlich schon längst klar gemacht. Pfui Teufel! Warum muß man überhaupt Opposition und NGOs dulden? Selbst Herr Kapia von der (ge) wichtigen Jugendliga möchte die Zeitungen abschaffen. Und wie viel einfacher wäre das Leben, wenn alle das Parteibuch der einen, übermächtigen Swapo hätten! Dann wäre die Wahl flüssiger als flüssig verlaufen, nämlich überflüssig! - Und das ist, wo der namibische Frosch seine Haare hat!

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