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Thursday 10th of March 2005 Wenn ein intelligenter Mensch, der sich seit 15 Jahren Minister für Erziehung und Bildung nennt, am Ende eines Termins eingestehen muß, daß seine Behörde alles falsch gemacht hat - und nun einige Milliarden braucht, um aus dem Schlamassel wieder herauszukommen, dann ist das - gelinde gesagt - ein Armutszeugnis! Aber so stellt sich Namibia in man-cher Hinsicht dar: Die Zentralbank muß einspringen (denn die Finanzministerin wäre damit über-fordert) und „bitte erklären", daß die Verschuldung des Staates nur relativ (also: „keineswegs so schlimm") sei. Fast täglich entkommen Schwer-verbrecher aus der Haft. Man spricht sogar davon, daß sie aus Gefängnissen entlassen werden, weil Vater Staat ihnen nichts mehr zu essen geben kann... Wie dem auch sei: Es darf doch nicht angehen, daß ein Mord nicht weiter untersucht wird, nur weil ein wichtiger Zeuge (selbst Beteiligter) fehlt!! Es herrscht Unklarheit, ob und wie fair die Parlamentswahl war. Zwischendurch behauptet die Vertei-digung, die Kläger (RP und CoD) hätten nichts bewiesen... Die Gesellschaft ist - das muß man 15 Jahre nach der Unabhängigkeit sagen - krank!! Und verdammt arm! Da muß sogar wieder über die Todesstrafe als Abschreckungsmittel nachgedacht werden. Das ist gefährlich, weil niemand weiß, gegen wen sich diese Höchststrafe einst richten wird. Gegen unliebsame Jour-nalisten etwa? Oder gegen abtrünnige (Oppositions)politiker? Zwischendurch wird Geld verbraten (Stichwort: Nandos). Und ab und zu muss eine Air Namibia Maschine notlanden... Hinter den Kulissen brodelt es: Der Grenzkonflikt zwischen zwei Stäm-men im Hohen Norden ist noch nicht bereinigt. Der Präsident hatte keine Zeit, sich um diesen Streit zu kümmern. Aber wenn er seinen neuen Schnellzug aus China einweiht, kann er ja gleich den Abstecher in das Grenz-gebiet machen... Unterschwellig spielt nach 15 Jahren Unabhän-gigkeit noch immer die Ethnizität eine Rolle. Namibia hat aus Angst vor Rassendenken auf Leistung und Qualifika-tion verzichtet. Die „Uneinigkeit" von der Swapo spricht und die auf dem Sonderkongreß zum Thema wurde, kann auch mit den Interessen verschiedener Rassen begründet werden. Manche sind es satt, daß nur Parteimitglieder einer bestimmten Volksgruppe bevorzugt werden. Wenn es um Arbeitsplätze und hohe Funktionen geht... Junglehrer verdienen mehr als bewährte und erfahrene „alte Lehrkräfte". Überall wachsen die Schulden. Nicht nur in den höchsten Spitzen der Zentralverwaltung. Auch in den Stadtverwaltungen... Blicken wir nach Windhoek, wo gewiß große Feiern zur Amtsüber-gabe stattfinden werden? Oder sollte man doch einmal in die Ortschaften blicken? Zum Beispiel sammelt sich dort in Gemeindesälen der Müll, die Gebäude verfallen, die Fenster-scheiben sind kaputt. Für Unterhalt fehlt das Geld Man hört von Workshops und Demon-strationen - und zahlreichen Konfe-renzen... aber die namibische Wirk-lichkeit geht den Teilnehmern „am Hintern vorbei". Das Leben in Saus und Braus will von Armut nichts wissen. Und auch nichts von dringend notwendigem Unterhalt. Womit wir beim Thema Bildung zurück wären. Es sollte um einen Wertekatalog gehen, damit unsere Gesellschaft nicht noch mehr in den Ruf einer Gangster-Nation abrutscht. Aber wir haben nicht einmal das Geld für dringend nötige Reparaturen, Lehrer, Klassenräume... Armut!! |
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