Projekt Lilie

Saturday 19th of March 2005
PLUS

Die bedenkliche Lage der Schulen in Namibia, an denen Deutsch unter-richtet wird, ist hinlänglich bekannt, insbesondere mit Bezug auf den Nachwuchs an Lehrkräften. Der Lehrerberuf ist nicht attraktiv genug, um genügend junge Leute zu motivieren, sich für diesen Beruf zu entscheiden. Das liegt einmal an der Vergütung der Lehrkräfte, zum anderen aber auch an dem Ansehen, das der Lehrerberuf in unserer Gesellschaft genießt. Als Lehrer kann man sich in keiner Weise mit anderen profes-sionellen oder handwerklichen Berufs-inhabern messen. Es ist außerdem eine Tatsache, dass die Gesellschaft nicht in der Lage ist, das Vergütungsdefizit der Lehrer auch nur einigermaßen auszugleichen.

Der Vorstand des Schulvereins der Privatschule Karibib hat daher be-schlossen, die ihm zur Verfügung stehenden, begrenzten finanziellen Mittel möglichst effektiv dafür anzu-wenden, dass diesem Missstand entgegengewirkt wird. Zu diesem Zweck wurde das „Projekt Lilie" entwickelt und mit der AGDS und dem DKR abgesprochen. In dem Aktions-plan des Projektes wird das Ziel dieses Vorhabens wie folgt beschrieben:

Die Förderung des muttersprachlichen Deutschunterrichts in Namibia durch die Ehrung von aktiven Lehrkräften und Dozenten, die sich um diesen Unter-richt verdient gemacht haben.

Die Ehrung soll im Rahmen eines festaktes erfolgen. Die Ehrung ist mit einem Geldbetrag dotiert. Preisgelder in Höhe von insgesamt N$ 100 000 stehen in diesem Jahr zur Verfügung.

Folgende Personen sollen für eine Ehrung in Frage kommen:

Alle in Namibia tätigen Lehrkräfte, die sich in besonderer weise und über einen längeren Zeitraum

- für die Förderung des mutter-sprachlichen Deutschunterrichts eingesetzt haben

- um den deutschsprachigen Unterricht verdient gemacht haben

- die deutsche Kultur, wie sie in Namibia praktiziert wird, durch den Schulunterricht und die Schulerziehung gefördert haben

- um die Entwicklung von Schulen, an denen Deutsch als Muttersprache unterrichtet wird, verdient gemacht haben

Nur solche Lehrer, die permanent in Namibia wohnhaft sind, kommen für die Ehrung in frage

Für eine Ehrung können fest angestellte und im Dienst befindliche Lehrkräfte aller Primar- und Sekundarschulen in Namibia, an denen Deutsch als Mutter-sprache unterrichtet wird und die in der AGDS vertreten sind, vorge-schlagen werden, sowie Dozenten an Lehrerbildungsinstituten (UNAM, WCE, Politech), die Deutsch als Muttersprache unterrichten.

Die Ehrung soll mit dem Namen „Lilie" bezeichnet werden. Dies soll einmal an die Privatschule Karibib sowie an die besonderen Eigenschaften der Liliengewächse erinnern.

Die Ehrung wird während eines Festaktes vorgenommen. Dieser ist für den 1. Oktober 2005 vorgesehen. Die Empfänger erhalten eine Urkunde und eine Ehrennadel.

Das „Projekt Lilie" wird von einem Kuratorium verwaltet, dessen Satzun-gen von den oben genannten Gremien gutgeheißen wurden. Als Vertreter auf dem Kuratorium haben diese Organi-sationen folgende Personen ernannt:

Herr T. Friedrich vom Vorstand der PSK (Vorsitzender)

Herr D. Esslinger von der AGDS (Stellvertretender Vorsitzender)

Frau D. Dietterle von der PSK (Schriftführerin)

Herr D. Springer von der AGDS (Schatzmeister)

Herr R. Jagau von der PSK

Herr H. Feddersen von dem DKR

Herr K.P. Jacobi von dem DKR

Das Kuratorium fungiert als Jury. Es kann Fachleute hinzuziehen.

Die Verwaltung wird über das Büro der AGDS/ des DKR durchgeführt.

Die betroffenen Schulen sollen umgehend von dem Projekt in Kenntnis gesetzt und aufgefordert werden, geeignete Lehrkräfte zu nominieren.

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