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Friday 1st of April 2005 Der eine sagt, daß es uns nach 15 Jahren Unabhängigkeit und vor dem allgemeinen Hintergrund Afrikas doch noch recht gut geht. Der andere klagt, daß es uns „schon allein wirtschaftlich" viel besser gehen müßte, wenn die Regierung mit unserem Steuergeld besser umgehen und die Demokratie tatsächlich an Feld gewinnen würde. Der Kritiker sieht uns als „einbeinige Krüppel, denen man täglich weismacht, wie gut es ihnen im Vergleich zu den Beinamputierten oder völlig Gelähmten doch noch geht. - Der Vergleich mit dem Optimisten („das Glas ist halb voll") und dem Pessimisten („das Glas ist halb leer") bietet sich an. Und eines der großen Themen: die Landreform. Da gibt es nämlich wieder Neues: Hatte man bisher die Landreform als politisch notwendig betrachtet, weil „mehr als die Hälfte des fruchtbaren Landes" im Besitz von 4000 kommerziellen Farmern (überwiegend Weißen) sei, so berichtete eine Tageszeitung kürzlich, daß bereits 67 % des fruchtbaren Bodens in Händen von schwarzen Farmern liege. Kritiker der ideologisch bedingten Landreform führen gern an, daß die Landreform wirtschaftlich für „emerging farmers" nicht attraktiv sein kann. Landwirtschaft sei ein teurer Luxus. Glücklicherweise tritt dabei der Begriff „Enteignung" in den Hintergrund, obwohl... nun haben 14 Farmer (mit 24 Farmen) wohl wieder ein Schreiben erhalten. Sie waren im vorigen Jahr unter den 192 Farmern, denen mitgeteilt worden war, daß ihre Farmen für die Bodenreform identifiziert worden seien. Im jüngsten Schreiben werden diese Farmer aufgefordert, nochmals anzuführen, warum ihre Farmen nicht zur „Umver-teilung" enteignet werden sollen. Wenn die Regierung die angegebenen Gründe nicht akzeptiert, werden die Fälle vom „Lands Tribunal" bearbeitet. In dieser Situation scheint das Prinzip „Williger Käufer und williger Verkäufer" dann nicht mehr zu gelten. Das Negative: Die Regierung drängt (natürlich) auf eine schnellere Reform, obwohl sie kein Geld für den Kauf von Farmen hat. Beim Amtsantritt hatte Pohamba betont, daß eine „Revolution" ins Haus stehe, falls Farmer nicht ihren Boden aufgeben. Das Gute ist: die Regierung will sich an den Buchstaben des Gesetzes halten. Enteignung von Privatbesitz geht nicht. Nur: Begriffe wie „üblicher Marktpreis, nationales Interesse oder wirtschaftlich und politisch lebensfähig" sind (noch) nicht definiert worden. |
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