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Namibia mit den Augen eines Touristen Saturday 21st of May 2005 Seit 1995 kommt mein Gesprächs-partner regelmäßig nach Namibia. Zuerst hat er einige der üblichen Touren mitgemacht: Etosha National Park, Skelett Küste, Kreuzkap, Swakopmund und dann in aller Eile zurück nach Windhoek und Richtung Deutschland. Es war so schön, daß weitere Reisen nach Namibia folgten. Im Laufe der Jahre lernte er Land und Leute besser kennen. Er reise nun also - wie er es ausdrückte – intensiver und dabei sei ihm doch einiges aufgefallen, was einmal angesprochen werden sollte. Unser Namibia-Gast meinte, so mit dem Jahr 2002 beginnend sei ihm deutlich geworden, daß hinsichtlich des Angebotes im Tourismus etwas nicht stimme. Einige seiner Bekannten kämen nun auch nicht wieder, er jedoch gewissermaßen als Wiederholungstäter wisse sehr wohl die Schönheit des Landes vom Unguten zu trennen und ließe sich daher nicht abschrecken, aber es müsse eben einmal ange-sprochen werden. So bezeichnete er in diesem Jahr als besonders auffallend die teilweise Arroganz der "weißen Südwester". Das Kuriose dabei sei, daß nicht junge Menschen, sondern einige der älteren Generation im Land Touri-sten gegenüber geradezu schnodderig aufträten. Ich fragte, ob er nicht glaube, daß die scheinbare Arroganz ein Abwehrmechanismus gegen die so oft wenig konstruktive Kritik aus dem Ausland gegen die Deutschstämmigen im Land sei. Das könne schon sein, denn gerade in der Bundesrepublik werde doch ein sehr schiefes Bild Namibias und seiner Menschen geschaffen. Ferner sei unserem Gast aufgefallen, daß in den vergangenen zwei bis drei Jahren weniger Jugendgruppen – einzelne Jugendliche schon- das Land bereisten und überhaupt das südliche Afrika bereisten. Er läßt dahin gestellt ob es an den falschen oder gar nicht vorhandenen Informationen oder an der weltweiten Rezession liegt. Hier in Namibia würden Extreme geschaffen, daß sich viele sagten: was soll ich denn da- es gibt doch so viele schöne Länder auf der Welt, die vor allem auch billiger zu bereisen seien. Hier weist er besonders auf Südafrika hin. Die namibischen Gäste- und Jagdfarmen könnten z.B. dem Service, der auf südafrikanischen geboten werde, nicht standhalten. Unser Gast spricht also unser Verhalten gegenüber den Touristen an und das Preis- Leistungs Verhältnis. Er wolle nicht verallgemeinern, sehe auch , daß die Anreise schon einmal eine Menge Geld koste, daß man in Namibia meistens auch gut und recht preiswert speisen könne, aber der Gast werde zunehmend "geneppt"- angefangen bei den Taxifahrern. Vom Windhoek International in die Stadt habe die Fahrt das letzte Mal NS 350.00 kosten sollen. Uns fehlten die öffentlichen Verkehrs-mittel- vor allem für Kurzstrecken. Ich habe meinen Gesprächspartner auf die diesbezüglichen Schwierigkeiten aufmerksam gemacht, auch darauf, daß sogenannte Rucksacktouristen sich nicht so leicht abschrecken ließen und das Land naturbewußt bereisten. Er wollte mir das nicht abnehmen und meinte, sie machten das einmal und kämen dann nicht wieder. Hier werde doch jungen Menschen nichts geboten. Na, na sagte ich mir- man kommt doch bestimmt nicht wegen der Discos nach Namibia. Unser Gast wird wiederkommen und seine Mitbürger in seiner Heimat besser über Afrika zu informieren versuchen, denn – das betonte er immer wieder – die Medien in Übersee würden schnell einen Raubüberfall in Swakopmund, den Angriff eines Leoparden auf einen Menschen und ähnliches breittreten und zu alltäg-lichen Vorfällen machen. Mein Gesprächspartner kommt viel in der Welt herum und er könne sagen, daß das Thema Kriminalität nun wirklich kein namibisches sei, nur habe er sich doch bei der diesjährigen Reise manchmal bedroht gefühlt. Ungut sei auch wie Zollbeamte am Flugplatz, an der Grenze die Reisenden behandelten. Zum Abschluß bedankte sich unser Gast dafür, daß er sich einmal habe aus-sprechen können. Er habe das nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern in der Hoffnung tun wollen, daß der eine oder andere doch ein offenes Ohr für seine Kritik habe und somit für das Weiter-bestehen eines akzeptablen Tourismus in Namibia beitragen könne. |
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