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Saturday 28th of May 2005 Aus Steuergeldern sollen N$ 65 Millionen in das Filmprojekt fließen, mit dem ein Denkmal für das Lebenswerk eines wahren Helden geschaffen werden soll. N$ 65 Millionen aus Steuergeldern - und im Volke rührt sich kein Protest! Auch ein Teil der Medien schweigt! Man kann die Unterwürfigkeit des namibischen Volkes kaum verstehen. Die Regierung sagt: „Das Geld wird wieder eingespielt und dann bekom-men wir es zurück". Das reicht. Dafür wird die Meldung gerade mal einige Zentimeter lang. Wie gesagt: Kein Aufschrei. Dabei kann sich jeder ausrechnen, wie viele Kinokarten verkauft werden müssen, bis N$ 65 Millionen einge-spielt werden. - Das erinnert ein wenig an den Heldenacker, wo ebenfalls Eintritt verlangt wird, mit dem... (na, was wohl? - zunächst der Schaden repariert werden mußte, den Affen angerichtet haben. Und es erinnert an die Ausgaben für den pompösen Staatspalast. Und nun: der Film. „Wo andere wankten". Der soll - und dieser Propa-ganda wird geglaubt? - N$ 65 Millio-nen einbringen! Der Bevölkerung scheint es wurst zu sein, wie oberflächlich die Regierung mit Millionen Dollar umgeht! 65 mal eine Million! Das bedeutet, daß eine Million Namibier ins Kino ziehen müßte (und jedes Ticket würde N$ 65 kosten!). Denn Kinobesucher wird es wohl sonst nur in Nordkorea und Kuba geben (wenn überhauot, denn die haben eigene Helden!) Demnächst wird es wohl noch heißen: „Wir brauchen neue Kinosäle! Denn davon hat Namibia nicht genug. Bezahlt? Natürlich mit Steuergeldern! Denn selbst das Windhoeker Theater faßt nur höchstens 300 Leute. Wie oft muß solch ein Saal gefüllt werden, damit mindestens 900 000 Namibier den Film finanzieren? Richtig: 3 000 mal. Also müßte der Saal fast 10 Jahre lang jeden Abend ausgebucht sein... Hat sich unsere regierung diese Vorstellungen gemacht, wenn sie leichtfertig N$ 65 Millionen für das Heldenepos ausgibt? Wurde der Beschluß im Parlament abgesegnet? Wenn früher ein Pharao starb, wurden seine Diener vergiftet, um mit ihm ins Jenseits zu gehen... Manchmal wünscht man diese Strafe für übertriebenen Gehorsam auch einigen Top-Politikern in Namibia. Und wenn die Regierung jetzt behauptet, die Auslage mußte erhöht werden, sonst wären schon die ersten N$ c15 Millionen in den Sand gesetzt worden, so zeigt dies höchstens, wie gewissen- und verantwortungslos auch jene N$ 15 Millionen weggeworfen wurden. Damit dieser Betrag im Nachhinein gerechtfertigt wird, erhöht man die Spende kurzerhand um das Vierfache... Wer aber glaubt, daß unser Heldenepos mit dem Star Wars-Finale verglichen werden kann, der ist schlichtweg fanatisch verblendet. Gut, Star Wars hat in der ersten Nacht 17 Millionen US-Dollar eingespielt. Glauben wir wirklich, daß „Where others wavered" auch nur annähernd solche Erfolge erleben wird? Da pupst ein Mäuschen gegen den Tsunami!!! Für wie dumm sollen wir denn noch verkauft werden? Da kostet schon der partei-interne Ärger Eifer-süchteleien?) in Otjiwarongo, Henties Bay oder Okahandja den Staat Tausende. Da sollen im Zuge der „Umverteilung" Sondersteuiern gescheffelt werden, die den armen Arbeitslosen zugute kommen. Da erhält das Propaganda-Organ NBC weniger Geld,... aber wir sollen einen Film bezahlen! Angeblich dienen die N$ 65 Millionen dazu, den Imageverlust für das gesamte Land zu vermeiden... Vielmehr verliert das Land sein Image, wenn die Bevölkerung nicht erkennt, wo die Grenzen der Verdum-mung berlaufen müßten. Schade, daß nicht einmal N$ 65 Millionen für einen angeblich autobiografischen (Propaganda) Film unsere Politiker, die Wähler und einen Teil der Medien zur Besinnung wachrütteln können. Man ist als Demokrat bestimmt tolerant, aber Dummheiten bleiben Dummheiten. Und das muß man dann auch beim Namen nennen. |
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