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Sunday 12th of June 2005 Am 5. Juni 2005 hieß es in einer Pressemitteilung der Ohlthaver & List Gruppe, daß die Hansa Brauerei in Swakopmund geschlossen wird. Nicht nur ein Schock für die direkt Betroffenen. So hieß es u.a., eine Art Denkmal - die Hansa Brauerei besteht seit 1904 -werde gnadenlos gefällt. Stimmen werden immer lauter, die den Entschluß der Firmenführung hinterfragen. Ich unterhielt mich diesbezüglich mit Anton von Wietersheim, dem Vorsitzenden des Vorstandes der lokalen Vertretung der namibischen Industrie und Handelskammer: "Also zunächst habe ich diese Tatsache mit absolutem Unglauben erfaßt und überlegt, ob es der 1. April ist oder es sonst irgendwelche Anlässe gibt, derartige Aussagen wie die Schließung der Hansa Brauerei zu machen. Es hat lange gedauert bis es bei mir durchsickerte, daß das Fakt sein sollte. Dann habe ich angefangen, darüber nachzudenken und die Angelegenheit rational zu betrachten: Das ist sicher eine wirtschaftliche Überlegung, Swakopmund geht es im Vergleich mit Walvisbay ganz gut. Es ist wohl eine Situation, die Swakopmund durchaus meistern könnte- es ist eine Firmenentscheidung, über die man eben nicht viel sagen kann." Dies also die ersten Gedanken Anton von Wietersheims. Bei längerem Nachdenken habe sein Unglauben jedoch zugenommen: " Wenn man sich als Ganzes betrachtet, was - und auf welche Art und Weise- die Hansa Brauerei in Swakopmund bisher doch geleistet hat, was für Investitionen da ‘rein gegangen sind, was sie darstellt- nicht nur als Investitionsobjekt hier, sondern als Begriff sogar für ganz Nambia, dann frage ich mich wie ist es möglich, daß eine Firma so etwas weg rationalisieren will, was bestimmt – und da kommt eben mein Unglauben zutage – was bestimmt nicht in sich unprofitabel sein kann." Von Wietersheim zweifelt nicht an, daß im Braugewerbe ein starker Konkurrenzkampf besteht und eine hohe Wirtschaftlichkeit erreicht werden muß. Er könne nur nicht glauben, daß diese Branche in Swakopmund, also die Hansa Brauerei, die einen ganz bestimmten Sektor bedient, die ein ganz bestimmtes Produkt produziert, ein Negativfaktor in der Brauereiengruppe ist. Er fragt daher: " Kann man, um als Firma in Windhoek einen absoluten maximalen Profit zu erzeugen, es sich leisten, einen so etablierten Zweig dieser Firma einfach so weg rationalisieren?" Man könne – so von Wietersheim weiter – dieses Unternehmen wohl nicht mit z.B. einer der Fischfabriken vergleichen, die Verluste aufweisen. Es werde ja auch keineswegs in der Presseerklärung der O & L Gruppe von einem direkten wirtschaftlichen Problem gesprochen. Auf meine Frage, ob er der Ansicht sei, daß ein derartiges Unternehmen vor allem im Interesse der Mitarbeiter einen gewissen wirtschaftlichen Rückgang sehr wohl einmal tragen könne, antwortete von Wietersheim: " Das ist letztendlich meine Schlußfolgerung- wenn man sich solch einen Schritt überlegt, dann muß man ‘mal bedenken, daß die 130 Angestellten, von denen gesprochen wird, ja nicht allein dastehen- da sind ja riesige Menschengruppen mit betroffen- wenn wir schon die wirtschaftliche Not wie z.B. in der Fischindustrie sehen, denke ich, daß man froh sein kan, wenn man einen Betrieb hat, der sich immer noch wenigstens selbst trägt und zumindest keine Verluste aufweist." Auch wenn Windhoek versprochen habe, so sensitiv wie möglich bei der Schließung der Hansa Brauerei vorzugehen, werde doch bei den betroffenen Menschen ein Chaos entstehen, die sich ja eine totale neue Zukunft schaffen müßten. Anton von Wietersheim hinterfragt die Berechtigung dieses Entschlusses der O & L Gruppe, denn es sähe ihm nicht nach einer Notsituation aus. |
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