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Was Deutschland wirklich machen sollte Saturday 25th of June 2005 Während vor kurzem die französische Regierung ein Dekret herausbrachte, welches vorschreibt, dass im Schulunterricht die Aufbauleistung der Ingenieure, Ärzte, Lehrer, Kaufleute usw. in den Kolonien als Kulturleistung positiv gewürdigt werden muss, ist ein solches für die ehemaligen deutschen Kolonien von der jetzigen Rot/Grünen -Regierung undenkbar. Die jetzige Regierung wurde zwar von der Mehrheit gewählt, hat aber nur die materiellen und emotionalen Bedürf-nisse von Minderheiten berücksichtigt. Diese Wählermehrheit hat sie dadurch offensichtlich verloren und tritt nun wohlverdient ab. Eine Administration, die sich, aus welchen Gründen auch immer, dafür einsetzt, dass nur ausgesuchte Massenmorde und Vertreibungen als Genozide in Schul-büchern gebrandmarkt werden, hat wenig moralische Autorität. Sie erscheint jedem nur verlogen. Wieso z.b. die Massenmorde und Ver-treibungen der damals mehrere hunderttausend zählenden assyrische Christen in der Türkei, die zeitgleich mit den Vorfällen um die Armenier stattfanden, nie erwähnt werden, kann nicht erklärt werden. Die einzige Erklärung ist das mangelnde Geschichtsbewusstsein der deutschen Schauspielpolitikerclique. Sie rennen ewig dem selbstgesetzten Zeitgeist –Kampf gegen Rechts- oder dem fremd-bestimmten Trend der Geschichts-auslegung, unter anderem durch die Armenierlobby, hinterher. Sie spielen die selektiven Moral-apostel. In Namibia kann man ein Lied davon singen. Wieso sich die Regierung der Ururenkel in Deutschland für die Taten der Ahnen während der Kolonialkriege bei den Führern der Hereronach-kommen entschuldigen sollen, ist nur der Lobbyarbeit einiger weniger, letztendlich vom deutschen Steuer-zahler alimentierten, Fanatiker zu verdanken. Diese Adepten versuchen durch permanente gebetsmühlenhafte Wiederholungen von moralischen Auslegungen ihre eigene, oft auch materielle, Grundlagen zu unter-mauern. Dabei ist die Sache ganz einfach. Man braucht ihren Ansichten nicht zu folgen. Die deutsche Regierung wird abgewählt. Die Foerdergelder fließen in andere Richtungen. Permanentes öffentliches Selbstgeißeln als Moralvorgabe ist damit abgesagt. Statt dessen sollte man sich auf die Gegenwart und die möglichen Formen der Zusammenarbeit konzentrieren. Hier ist in Namibia in der Vergan-genheit oft in das Fettnäpfchen getreten worden. Man denke nur an die hirnrissigen Bemühungen des letzten deutschen Botschafters der dem damaligen Präsidenten Namibias die Errichtung von Schlickdämmen vorschlug, was die Deutschen schon vor hundert Jahren praktizierten oder an die geplante Siliziumfabrikationsanlage bei Omaruru mit ihrem horrenden Energieverbrauch, die zum Zusam-menbruch der namibischen Elektrizi-tätsversorgung geführt hätte, ganz zu schweigen von der Auswirkung der Erzeugung der nötigen Holzkohle als Reduktionsmittel, welches die Umgebung, um im Entwicklungsjargon zu bleiben, nachhaltig verwüstet hätte. Der Kampagnenkanzler Schroeder hat sich, Gott sei Dank, wenig um Afrika gekümmert. Afrika bringt eben wenig Wählerstimmen. Seine 8-Minutenrede in Durban hätte er ebenso gut in seinem Büro in Berlin während der Frühstückspause halten können. Seine Ministerin Wieczorek-Zeul –die Dauerparteifunktionärin mit dem linken Touch- fiel erstmals durch die Bemerkung auf, dass pro Kuh in der EU höhere Subventionen ausgegeben werde als für einen Afrikaner. Was sie damit sagen wollte war dem Hörer dieser Botschaft nicht ganz klar. Fest steht jedenfalls, dass Kühe Wieder-käuer sind und Milch geben. Wenn sie keine Milch mehr geben, werden sie auch nicht subventioniert. In welch unpassende Beziehung sie dazu die Afrikaner setzte bleibt ihr daherge-plappertes Geheimnis. Weiterhin wird sie durch ihre offizielle und sehr persönliche Entschuldigungs-deklamation vor einigen Namibiern in Deutschland in Erinnerung bleiben. Auf die Auswirkungen der Erhöhungszusage des Volumens der in diesem Fall auch noch selektiven (Namas, Damaras und Hereros) Entwicklungszusammenarbeit darf man gespannt sein. Die Ovambos, Baster, Kavango, Caprivis, Tswanas usw. stehen in diesem Land auch nicht gerade glänzend da. Was sie sich dabei gedacht hat, sich auf diese anmaßende Weise als deutsche Ministerin in die namibische Entwicklungspolitik einzu-mischen, ist nicht nachzuvollziehen. Was sagt denn die Deutsche Botschaft in Windhoek zu diesem undiplo-matischen und sinnfreien Vorgehen? Sie selbst hat ja im nächsten Bundestag als Hinterbänklerin der SPD-Fraktion genügend Zeit für die Bewältigung ihrer persönlichen Vergangenheit. Für die neue deutsche Administration nach den Wahlen kann man schon einige projektbezogene Vorschläge machen. Um, unter anderem, den kulturellen Zusammenhalt zwischen Deutschland und Namibia zu vertiefen und somit auch den Tourismus zu fördern, könnte man: - Die Deutsche Welle (TV), die ja vom deutschen Steuerzahler bezahlt wird, gemäss ihrem Sendeauftrag unverschlüsselt per Satellit senden. - Einen EU-Satelliten einrichten der für das südliche Afrika die schon vorhandenen Schulprogramme und Aidsprogramme in den verschiedenen Sprachen unverschlüsselt aussendet. - Die Kommunikationsstrukturen am Boden in den Schulen, Krankenhäusern, Gefängnissen und anderen Ausbildungseinrichtungen mit notfalls solarversorgten Satellitenempfangs-anlagen verbessern bzw. einrichten. - Das Telefonnetz DSL-faehig machen. - Vermehrt rassenneutrale also leistungsbezogene Stipendien für Deutschland vergeben - Die Erlernung der deutschen Sprache für alle Namibier fördern. - Die Stadtplanung in Swakopmund, unter Berücksichtigung gewachsener, aber immer mehr der mutwilligen oder nachlässigen Zerstörung der Bausubstanz ausgesetzt, unterstützen. - Usw. usw. Das wären einige Vorschläge die eine nachhaltige Veränderung in Namibia bringen könnten. Es ist aber zu befürchten dass die Natur der Entwicklungszusammenarbeit sich kaum ändert. Weiterhin wird örtliches Know-how aus rassistischen Gründen rechts liegengelassen bzw. gewollt nicht gefördert. Der namibische Partner ist weiterhin enttäuscht, dass wenig Bargeld lacht und wird weiter versuchen sich in die Beschaffungs-prozesse einzuschalten (siehe gescheiterte Entsalzungsanlage in Swakopmund). Aber vielleicht ist in den Zeiten der knappen Mittel doch eine Konzen-tration auf das Sinnvolle und Durchführbare möglich. BMZ, DED und GTZ in ihren jetzigen Formen gehören ganz oder teilweise abgeschafft. Kooperationen zwischen Institutionen wie zwischen Städten, Universitäten, Fluggesellschaften, Krankenhäusern, Fußballvereinen, Berufsschulen, Instituten jeder Art, Handwerkskammern, usw. sind auch ohne Ministerienbeteiligung möglich. Die Industrie kann ja die Grantie-abwicklungsgesellschaft(GAWI) aus den 30er Jahren wieder aufleben lassen, die die technische Schulung an den gelieferten Anlagen und deren Betrieb für einige Zeit übernimmt. Integrierte Fachkräfte sollten weiterhin unter verbesserten sozialen Bedingungen vermittelt werden. Private Hilfsinitiativen, Kirchen und andere , zuständig für Nähkurse, Nahrungsmittelhilfe Gemüseanbau, Kindergärten, Gesundheitsstationen usw. decken dann weiter das Helfersyndrom ab und sorgen für die nötigen mehr persönlichen Kontakte. Bernd Hanke Swakopmund |
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