Und dennoch: Nicht den Kopf hängenlassen

Saturday 9th of July 2005
Hans Feddersen

Der Chef der Nationalen Gesellschaft für Menschenrechte, Phil ya Nangoloh, hat es auf den Punkt gebracht - und man wünscht sich, daß er viele Zuhörer hatte, die sich diese Feststellung zu Herzen nehmen: Die ersten 100 Tage des neuen Präsidenten sind überwiegend positiv verlaufen. Geradezu staatsmännisch sei die Einladung an CoD-Führer Ben Ulenga gewesen, Pohamba nach Mosambik zu begleiten. Aber das positive Bild, das in letzter Zeit entstanden sei, könne leicht durch die drohende Katastrophe beschädigt werden: wachsende Kriminalität, Arbeitslosigkeit, Verstädterung, Schulden, Alkohol- und Drogenmißbrauch, Hunger, zunehmende Armut... Und tatsächlich. Wir wollen den Kopf einfach nicht hängenlassen - denn hier hängt schon vieles rum! -, aber: Was denken sich Leute, die angesichts unserer düsteren Wirtschaftslage ohne irgendwelche Hemmungen ständig neue Tariferhöhungen ankündigen (Beispiel: Windhoeker Stadtrat, weil Namwater und Strom-Großhändler... Auf Armut und Arbeitslosigkeit wird schlichtweg keine Rücksicht genommen; niemand fühlt sich dafür verantwortlich!). Und was denken sich Großbetriebe, die durch Schließungen immer mehr Menschen entlassen müssen? Ist das ihr Beitrag zur Bekämpfung der Armut? Die Katze beißt sich ständig neu in den Schwanz. Nie-mand wagt es, gegen die wachsende Armut vorzugehen. Wir erhöhen die gesamte Preisstruktur - und haben kein Geld... nur für den Pleitegeier vor dem Staatspalast, für einen Film, wo „andere wanken", für Weiß-Gott-Was alles, aber die Monopole wie Namwater und City of Windhoek können tun und lassen, was die Armut vorantreibt.

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