Das leidige Thema: Entwicklungshilfe

Saturday 9th of July 2005
Hans Feddersen

Die Terroranschläge in London überschatten das G8-Treffen in Schottland. Damit sind die Verhält-nisse wieder in ein an-deres Licht gerückt. Man wird sich mehr um den Terrorismus als um Afrika und die Schulden der ärmsten Länder kümmern.

Dennoch:Vielleicht hat Muammar Gaddafi recht: Afrika soll nicht mehr um Entwick-lungshilfe betteln. Bei ihm geht es natürlich um die Auflagen und Bedin-gungen, die an solche Hilfe geknüpft werden. Denn Europa fordert (mit Recht) Demokratie und transparente, gute Regierungen. Ohne Korruption.

Wer in diesen Tagen aufmerksam zuhört, erfährt, daß 1000 Milliarden US-Dollar in korrupte Taschen geflossen sind. Und dann werden jene, die sich längst bereichert haben, gegen Entwicklungshilfe wettern können. Sie selbst sind schließlich versorgt.

Ein kenianischer Wirtschaftsexperte namens James Shikwati ist da wohl schon eher ernst zu nehmen. In einem Interview mit dem Spiegel sprach er über die schädlichen Folgen der westlichen Entwicklungspolitik (die schon in den 70er Jahren von Karl Breyer als „Sterbehilfe für den dunklen Kontinent" bezeichnet worden war). Und er spricht über korrupte Herrscher und aufgebauschte Horrormeldungen aus Afrika.

Daß sich Industrienationen vornehmen, Hunger und Armut zu bekämpfen ist nicht neu. Das hat den Afrikastaaten seit 40 Jahren geschadet. Jenen Ländern, welche am meisten Hilfe bekamen, geht es am schlechtesten. Es werden große Büro-kratien finanziert, Selbst-gefälligkeit und Korrup-tion gefördert, Afrika zum Betteln erzogen und der Unternehmergeist, den diese Länder brauchen, wird im Keim erstickt. Das kennen wir in Namibia auch.

Wenn die Entwicklungshilfe abgeschafft würde, bekäme der kleine Mann das wohl gar nicht mit...Nur die Funktionäre wären schockiert.

Wo eine Hungersnot herrscht, schrei-en korrupte Politiker um Nahrungs-mittel - und diese werden dann für politische Zwecke (Einschüchterung) mißbraucht.

Gegen die Hilfsprogramme der UNO kann kein Bauer in Afrika mithalten.

Aber der Kontinent ist doch reich an Bodenschätzen?

Darüber, wie diese besser genutzt werden könnten, spricht niemand. Mit Aids läßt sich leichter Geld locker machen.

Man wird den Eindruck nicht los, daß Afrikaner gute Menschenkenntnis haben. Sie drücken auf die Tränen-drüse, sobald Europa irgendwo etwas Gutes tun will. Das hat mit Vernunft nichts mehr zu tun. Aber die Frage, wie vernünftig Entwicklungshilfe (und an wen) ist, sollte durchaus diskutiert werden. Ob uns Terroristen dazu noch Zeit geben werden? London be-herrscht die Schlagzeilen (ach New York und Madrid.) - nicht der G8-Gipfel von Gleneagles! ..

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