Zum Irak-Krieg: Mugabe

Thursday 3rd of April 2003
Michael Rockstroh

Zunächst war es wohl noch nicht so ganz klar und auch Alt-Präsident Nelson Mandela war davon überzeugt: Bush ist nur an Iraks Öl interessiert. Doch produziert Irak zur Zeit nur 3% des Weltbedarfs an Erdöl und soweit ermittelt worden ist verfügt es auch lediglich über 11% der Vorkommen der Erde. Und die USA beziehen gerade einmal 5% ihres Bedarfs von dort; Britannien exportiert selbst Nordsee-Erdöl. Vielmehr sind Bush und Blair auf den absurden Gedanken verfallen, in Bagdad einen Regime-Wechsel vorzunehmen. Üblicherweise macht das die Bevölkerung eines Staates selbst – und wenn nicht, dann ist sie zumindest gegen die Machthaber im Lande so aufgebracht, dass sie etwaige Invasoren mit Freuden willkommen heisst. Wie etwa die russische Landbevölkerung, die ersten deutschen Soldaten im Zweiten Weltkrieg mit Freude begrüßten. Das ist im Irak allerdings bisher nur ganz vereinzelt geschehen, wenn derlei Fälle seit neuestem wohl auch vermehrter vorkommen. Stattdessen heisst es immer wieder: Wir lieben Saddam!

Also gegen wen und für wen wird der US/UK-Krieg geführt?! Und vor allem zeichnet sich ab, dass ein Regimewechsel und stabile Verhältnisse im Balkan, weder den USA, noch Britannien und auch nicht so sehr Israel sondern vor allem der Europäischen Union nutzen wird.

Einer der zur Zeit definitiv von diesen Ereignissen profitiert ist unser ehrbarer Nachbar im Nordwesten, Robert Mugabe. Der hat nämlich die willkommene Ablenkung der Weltpresse von seinem eigenen Despotismus flugs dazu genutzt, eine Terrorkampagne gegen die unliebsame MDC-Opposition zu führen: Es wird gemordet, vergewaltigt, verdroschen und geplündert. So musste es ja wohl kommen, denn schliesslich hat er sich in einer seiner jüngsten Reden mit Adolf Hitler verglichen und sogar gerühmt, durchaus in der Lage zu sein, ein zehnfacher Hitler werden zu können – was auch immer er damit gemeint haben mag.

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