Auftakt zur Inline Hockey WM in Finnland

Sunday 17th of July 2005
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on Hans Feddersen

Schon im Vorbereitungsspiel gegen den ehemaligen deutschen Meister Düsseldorf Gladiators war deutlich: im zweiten und vierten Viertel konnte Namibia gut mithalten. Das ist vermutlich auf die körperliche und mentale Fitness der Mannschaft zurückzuführen.

Bei Düsseldorf war die Mannschaft im Europäischen Hof in Ratingen herzlich aufgenommen worden.

Dann das Spiel: Im ersten Viertel waren die Spieler aus Afrika deutlich sehr nervös und der größere Platz bereitete ihnen Probleme: die Pässe klappten nicht immer. Im zweiten Drittel wurde das Spiel lebendiger; die Gladiators setzten Namibia gewaltig unter Druck. Erst nach der Halbzeit (beim Stande von 0:6) fiel der erste Treffer der Namibier durch Michael Ellinger. Auch das zweite Tor ging auf das Konto eines Swakopmunders: Riaan Ely erzielte diesen Treffer - aber die Düsseldorfer, die fünf Nationalspieler aus der Eishockey- und der Inline-Liga in ihren Reihen hatten (darunter Spielführer Udo Schmidt), gewannen klar mit 14:2. Dennoch waren die „Schlachtenbummler" Dr Shipo, Herr Katamba und Botschafter Hanno Rumpf begeistert vom schnellen Spiel der Namibier und vom Kampfgeist. Für die WM in Finnland sagten sie alle ihre Unterstützung zu.

Nach intensivem Training am Don-nerstag morgen ging es los nach Finnland, wo gegen 23 Uhr noch immer die Sonne schien.

Brasilien - Namibia 7:3

Gegen die schweren, überdurch-schnittlich großen Kerle aus Süd-amerika hielten sich die Namibier im ersten Viertel sehr gut. Sie gingen durch Riaan Ely sogar in Führung, aber zwei Minuten vor Ende des Zeitab-schnitts glich Brasilien zum 1:1 aus. Nach dem 2:1 für Brasilien (23. Minute) zogen die Südamerikaner bis auf 6:1 davon, ehe Michael Ellinger nach Vorlage von Marco Debortoli - und schließlich Spielführer Quinton Kotze zwei Treffer für Namibia beisteuern konnten. Am Ende hieß es 7:3 für Brasilien. Michael bot eine hervorragende Partie und wurde zum „Man of the Match" gewählt. Auch Torwart Erik Rodenwoldt überzeugt. Er wehrte in den 48 Minuten 34 Schüsse aufs Tor ab und ließ nur 7 Treffer zu (Quote: 82.93%; damit liegt Erik unter 26 Torhütern bisher an 16. Stelle).

Namibia hat bisher 7.50 Strafminuten einstecken müssen, in der Fairplay-Bewertung liegt die Mannschaft damit an 6. Stelle. Die weiteren Gruppen-gegner Japan (13.50 Strafminuten) und Taiwan (15 Minuten) haben deutlich mehr in Unterzahl spielen müssen.

Ansonsten mag es trösten, daß die Ergebnisse in den anderen Gruppen (etwa gegen Australien und Portugal) wesentlich höher ausfielen.

Von der Körpergröße her kann Namibia mit Japan und Taiwan bestimmt besser mithalten als gegen Brasilien.Japans Mannschaft ist im Durchschnitt schon 30 Jahre alt!

Namibia - Japan 3:6

Schon vormittags beim Training trifft Namibia ein Mißgeschick: Lutz Fed-dersen und Marcello Baas stoßen unglücklich zusammen. Lutz Fedder-sen muß zur Beobachtung) mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung) ins Krankenhaus; für ihn ist die WM gelaufen. - Gegen Abend wird er entlassen, soll jedoich im Hotel liegen bleiben.

Die Partie gegen Japan beginnt mit einem Paukenschlag: Nach 19 Sekunden muß Basti Faber für 90 Sekunden auf die Strafbank. Japan nutzt die Überzahl zum 1:0. Vier Minuten später führen die Asiaten schon mit 2:0. Dann erzielt Timo Giersch den Anschlußtreffer. Und auch der zweite Durchgang fängt schlecht an: Robert Roxin muß eine Strafe absitzen. Die Japaner erhöhen den Druck ganz enorm, aber ohne zählbaren Erfolg. Riyaan Ely (nach Vorarbeit von Clive Vermaak) gelingt der Ausgleich - und nach 29 Minuten führt Namibia sogar mit 3:2!! Wieder hat Timo Giersch getroffen. Aber Japan gleicht 15 Sekunden später schon wieder aus! Namibias Auswahl war mit Rene Werner im Tor angetreten, der insgesamt in den ersten 36 Minuten 27 Torschüsse abwehren kann. Für das letzte Viertel bringt Trainer Bou-dreault den bewährten Erik Roden-woldt ins Tor. Er kann insgesamt noch 9 Torschüsse abwehren, aber dann muß er noch 4 Gegentore hinnehmen, zwei davon innerhalb von 26 Sekunden. Schade, seine Statistik vom Sonntag ist damit vermiest. Aber trotz des 6:3-Sieges der Japaner ist noch nicht alles verloren. Interessant: Wieder stellt Namibia den „wertvollsten Spieler der Begegnung": es ist Timo Giersch, der zwei tolle Treffer markiert hat.

Morgen geht es gegen Taiwan - die Mannschaft hat gegen Brasilien mit 0:15 verloren und liegt wegen des schlechteren Torverhältnisses (3:25 gegen Namibias 6:13) auf dem letzten Rang in Gruppe D.

Namibia - Taiwan 8:7

Spannender geht es kaum!

In der 5. Minute geht Taiwan über-raschend in Führung. Die Strapazen der hohen Niederlage gegen Brasilien (0:15) sind den Asiaten nicht anzu-merken. Aber man darf sie auch nicht unterschätzen.

Ein Doppelschlag der Namibier läßt neue Hoffnung aufkeimen: in der 8. Minute schafft Michael Ellinger (nach Vorlage von Timo Giersch) den Ausgleich - zwei Minuten später trifft Marcello Baas.

Das zweite Viertel ist gekennzeichnet von vielen, vielen Strafminuten auf Seiten der Namibier. Trotzdem schaffen sie auch in diesem Viertel zwei Treffer (3:1 durch Clive Vermaak nach Vorlage von Basti Faber; und nur 40 Sekunden später das 4:1 durch Cello Baas nach Vorarbeit von Jörg Güther). Kurz vor der Halbzeit treffen die Taiwanesen zum 2:4.

Nach der Pause rücken die Asiaten zunächst noch einmal auf 3:4 heran. Wieder ein Doppelschlag von Namibia: 5:3 durch Oliver Lohmeier (Vorlage: Cello Baas); 6:3 Riyaan Ely (Vorarbeit: Basti Faber). Die Taiwanesen verkürzen auf 4:6., bevor Michael Lohmeier den Abstand wieder auf 7:4 erhöht. Das 5:7 erfolgt nach einem „Time-Out" der Asiaten, anber noch vor dem Ende des dritten Durchgangs kann Namibia nach dem Treffer von Jörg Güther (unterstützt von Michael Lohmeier) auf 8:5 davon-ziehen. Sieben Tore in diesem Abschnitt!!!

Namibias Mannschaft ist fit und hat den nötigen Kampfgeist bewiesen. Deshalb verwundert es ein wenig, daß sie im letzten Viertel kein Tor mehr erzielt. Die Taiwanesen rücken bis auf 7:8 heran, bevor sie sogar auf ihren Torhüter verzichten (zugunsten eines weiteren offensiven Feldspielers).

Dann ist es vorbei!!! Namibia hat zum ersten Mal ein WM-Spiel gewonnen! Und das bei seiner ersten Teilnahme. Bravo!

In den Playoffs muß Namibia am Donnerstag nachmittag gegen Ungarn antreten. Ungarn hat in der Vorrunde gegen Portugal mit 15:5 und gegen Australien 8:4 gewonnen, bevor es nach Penalty-Schießen gegen Großbritannien verlor.

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