Schlimme Lage in Simbabwe

Saturday 30th of July 2005
Hans Feddersen

Die Lage in Simbabwe ist schlimmer als wir bisher dachten. Umso trauriger ist die Tatsache, daß man in Namibia viel zu wenig darüber berichtet - und wenn, dann nur in Form vorgefertigter Agentur-meldungen. Meldungen einer Agentur, die sich ausdrücklich verpflichtet fühlt, die „Wahrheit" über Simbabwe mitzuteilen, die sich angeblich so ganz anders darstellt als in westlichen Medien.

In dieser Woche hat Kofi Annan den Bericht über die 700 000 Obdachlosen empfangen. Weitere 2,4 Millionen Menschen seien indirekt betroffen.Der Generalsekretär der UNO erklärte sich bereit, auf Einla-dung Mugabes, der zur Zeit in China weilt, Harare zu besuchen, aber nur, wenn die „Säuberungsaktion" sofort aufhört. Die Lage spitzt sich zu. Der Sicherheitsrat ist empört über die (menschen)-rechtslose Lage in Simbabwe, wo einige Bürger bereits ihre eigenen Häuser zerstörten, damit der Staat nicht einzugreifen braucht.

Anscheinend hat man gemerkt, daß sich die Aufmerksamkeit der Welt langsam eben doch auf Simbabwe konzentriert. Die USA beklagen die „Verbstöße gegen Menschenrechte".

China, Rußland, Algerien und Tansania sprachen sich jedoch im Sicher-heitsrat dagegen aus, die UN-Gesandte Anna Tibaijuka anzuhören. Auf die Frage, warum sein Land nicht die Lage in Simbabwe erörtern wolle, sagte Chinas Botschafter, daß die dortige Situation den Weltfrieden und die Sicherheit nicht bedrohe.

Präsident Mugabe behauptete, die UN-Gesandte sei eingeschüchtert und gezwungen worden, einen negativen Bericht zu verfassen.

Aber aud einigen Fakten geht hervor, daß auch die UNO an die Grenzen ihrer humanitären Hilfe stößt: Täglich werden 90 000 Liter Wasser verteilt, 125 800 Menschen konn-ten erst versorgt werden. 40 182 Decken, 1 800 Plastik-Planen, Koch-Utensilien, tonnenweise Seife, 150 Toiletten, 300 000 Tonnen Nah-rungsmittel wurden geliefert.

In den Auffanglagern wurden zwi-schen 2 500 Flüchtlinge (Tongogara Camp) und 40 000 Flüchtlinge (Mutare, Bulawayo) versorgt.

Mugabe behauptete, er wolle für neue Wohnungen sorgen, aber wer kann das bezahlen? Die Inflationsrate steigt täglich.Es mangelt an Nahrung und Treibstoff. Simbabwe steht an 4. Stelle der weltweiten HIV-Infek-tionen; Armut und Kindersterb-lich-keit nehmen zu. Zigtausende Kinder können keine Schule besuchen; 220 000 Kinder sollen keinen Zugang zu Wasser oder Gesundheitsdiensten haben.

So bleibt die Frage, warum Mbeki (RSA) und China dem Diktator Mugabe helfen. Mbeki würde ein Darlehen zur Verfügung stellen, weil er selbst wegen der „langsamen Landreform" im eigenen Land mit ausgesprochen heftigem Widerstand zu rechnen hat.

Und China freut sich auf die Mineralien, die es im Tausch gegen ein Veto in New York erwarten darf.

Und Namibia? Wir haben gerade erst wieder Eisenbahnen und Zubehör in China bestellt!

 

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