RP Schlagzeilen - schlecht für die Opposition

Saturday 6th of August 2005
Hans Feddersen

In letzter Zeit macht die Republikanische Partei von sich Reden. Der Wähler in Namibia ver-folgt mit großem Interes-se, was aus dieser Partei werden wird. Denn seit sie aus der DTA heraus gebrochen ist, hat die Partei des Mudge-Sohnes Henk erstaunliche Fort-schritte gemacht. Schon die Tatsache, daß Henk Mudge im ersten Anlauf den Einzug in das Parlament schaffte, heimste ihm viel Lob ein. Allerdings darf man feststellen, daß nur einige Tausend Stimmen zum Abgeordnetensitz ausreichen. Das wissen Parteichefs sehr genau - und wenn sie ins Hohe Haus eingerückt sind, passiert bis zur nächsten Wahl nicht mehr viel...

Die RP hatte sich in kurzer Zeit einen Namen gemacht: Sie setzt sich für Integrität und Glaubwürdigkeit ein. Sie basiert auf christlichen Grundsätzen und demokratischen Werten. Deshalb war es ihr ein Herzensanliegen, rigoros und konsequent gegen den Wahlbetrug vorzugehen. Bis ins höchste Gericht sogar. Dabei spielte Carola Engelbrecht als treibende Kraft eine bedeutende Rolle. Wie geht der Prozeß gegen die Wahlkommission ohne sie weiter?

Daß sie ihren Posten räumen soll, wird nicht mit „Unfähigkeit" begründet, sondern mit mangelnder Loyalität - bis hin zur unkritischen Unterwürfig-keit. Der Parteispitze war sie viel zu unbequem geworden. Sie war nicht loyal genug. Sie wollte wohl auch mal eine eigene Meinung vertreten und hoffte, daß dafür selbst in der schmut-zigsten Politik eine Hintertür offen ist. Ihr paßte nicht, daß man autokratisches Verhalten des Ex-Präsidenten Nujoma kritisiert, undemokra-tisches Auftreten des RP-Chefs jedoch ertragen sollte. Zuletzt warf die Exekutive der geschassten Generalsekretärin vor, der Partei durch Aussagen gegenüber der Presse geschadet zu haben. Das Korsett der Partei-Loyalität und -Hierar-chie scheint sehr eng zu sein. Die Politik ist und bleibt ein schmutziges Geschäft!

Die RP hat im Ansehen gelitten.

Doch zurück zur Parteienlandschaft in Namibia, wo die Opposition es sehr schwer hat und sich mit der Rolle zahlreicher Versager begnügen muß.

Ist es nicht seltsam-komisch, daß zu Beginn dieser Woche gerüchteweise der Name Joseph Kauandenge als Ratgeber (und Generalsekretär) der RP gehandelt wurde? Genau der Kauandenge, den man vor drei Mona-ten als „Luftikus" verurteilte, weil er von der Nudo zur DTA wechselte, aus der er einst gekommen war. Kommt Herr Kauandenge zur RP, weil diese so stark ist - oder holt die RP ihn, weil er so stark ist? Zur Erinnerung: Carola Engelbrecht war „zu deutsch, zu weiß und den anderen Parteien gegenüber zu freundlich", hieß es....

Entsteht hier nicht eine Neuauflage der DTA, die in den 70er Jahren zu-nächst auf den Säulen Afrikaaner-Herero ruhen durfte?

Der Wähler muß sich fragen, welche Partei das Potenzial hat, größer - und ein ernst zu nehmender Faktor - zu werden.

Und schließlich: Muß tatsächlich eine neue Partei her? Oder würde dies die Oppositionsparteien weiter spalten?

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