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Friday 26th of August 2005 Da haben die Herero am Mittwoch eine Petition überreicht - an den Präsi-denten der Republik Namibia (sie wurde von Premierminister Nahas Angula entgegen genom-men), an den Präsidenten der AU, der UN-General-versammlung, des UN-Sicherheitsrates, an Kofi Annan ... und Kopien gingen an den Prädsidenten der EU, der Republik Südafrika, Bo-tswana und Tansania. Bis hierher noch alles gut und ver-ständlich. Ihr Zorn ist auch noch (gerade so) zu verstehen: Deutschland will in den Sicherheitsrat - und dort ein Vetorecht haben. Deshalb ärgern sich die Herero unter Chief Kuaima Riruako: Sie haben nämlich Deutschland in einem vermutlich ganz schön teuren Prozeß angeklagt und erhoffen sich davon Wiedergutmachung für den so genannten Völkermord. Inzwischen werden Stimmen laut, daß dieses Geld anders investiert hätte werden können. Zum Beispiel für den Kauf von Farmen und in Entwicklungs-projekte. Die Petition an sich ist nicht so dra-matisch, wie man nach der Demon-stration von rund 200 Menschen in Uniformen glauben könnte. Aber unverständlich ist, daß sich einige Hitzköpfe hinreißen ließen, auf einem Plakat den Tod aller Weißen zu fordern. Selbst wenn man an den „Vernich-tungsbefehl" des Generals von Trotha erinnern will - und der wird in der Petition sogar erwähnt -, so fragt sich jeder Mensch, ob man ein Unrecht mit einem anderen wieder „gut machen" will. Oder ist hier Finger-spitzengefühl gefragt? Es geht doch nicht an, daß im fanatischen Eifer oder in der Verärgerung (auch in der zeitlichen Nähe zum Helden- oder Hererotag) der Tod aller Weißen verlangt wird. Wo sind wir denn??? Die erste Reaktion eines Herero war dann auch: „Bitte, bringt nicht diese Überschrift. Und auch nicht das Bild". Da kamen wir natürlich ins Grübeln. Aber man sollte die Fakten nicht verschweigen. Vielleicht führt es ja dazu, daß der Chief von einigen Untertanen zur Räson gerufen wird. Denn es ist ungewöhnlich, daß in einer Demokratie der Tod einer Volksgruppe gefordert wird. Daß die Herero-Fraktion unter Riruako verärgert ist, kann man nachvollziehen. Daß sie Deutschlands ständigen Sitz im Sicherheitsrat nicht unterstützt und dafür eine Petition als Hebel einsetzen will, ist ebenfalls legitim. Das Problem kann ausdiskutiert werden. Aber wer sich über den angeblichen „Völkermord" beschwert, dem angeblich „80 Prozent des Herero-volkes zum Opfer fielen", der kann nicht im Gegenzug den Tod der Weißen wünschen. Im Gegenteil: Man könnte sich an eine ähnliche Situation 1904 erinnert fühlen, wo dieser Ruf schon einmal verheerende Folgen hatte. |
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