Nicht nur meckern, auch mal schmunzeln

Sunday 11th of September 2005
Hans Feddersen

Man soll nicht immer nur meckern. Man soll auch mal darüber lächeln. Und das wollen wir dann auch ganz kräftig tun. In Namibia gibt es doch eine ganze Menge närrischen Treibens, das man viel-leicht nicht ernst nehmen darf.

Zum Beispiel laufen Leute mit Plakaten durch die Gegend, die sofort ernsthafte Konsequenzen bedeutet hätten, wenn diese Leute eine andere Hautfarbe gehabt hätten.

Zum Beispiel plädoyiert jemand ernsthaft dafür, daß der Geld-schmuggler Kandara auf dem Heldenacker begraben werden sollte. Und der Pastor erklärt in seiner Trauer-Predigt den vermeintlichen Selbstmörder zur Lichtgestalt, einen Menschen also, der eine erhebliche Menge Geld verschleudert hat, das ihm nicht gehörte!...

Zum Beispiel beschließt das Kabinett, daß Porträts des ersten Präsidenten Nujoma ebenso in jedes Büro gehören wie die offiziellen Bilder des jetzigen Präsidenten. Am besten hängt man sie an gegenüberliegende Wände auf. Bitte beachten: Der Ex-Präsi hat etwas tiefer zu hängen als der Präsi selbst. Und wenn ein fremder Präsi zu Besuch in Namibia weilt, dann hat sein Bild rechts in der gesamten Galerie Platz zu nehmen.

Zum Beispiel auch Minister Albert Kawana (der vom Präsidentenbüro): Der macht doch tatsächlich den Vorschlag,für Nujoma ein Denkmal zu errichten. Man bedenke: Nach hunderten Straßen, einem Stadion, einem Film, einer Figur beim Heldenacker, dem Büro am Zirkel um die Christuskirche, einem Stipendium , Personal auf Lebenszeit und und und - soll der teuerste Student der Welt weiterhin „in ungeahnte Höhen" glorifiziert werden.

Zum Beispiel rennt jeder los, sobald der Ex zum freiwilligen Bau der Eisenbahn im Norden ruft... während die Schie-nen im Süden weiterhin verrosten. Lüderitz soll wohl verkehrstechnisch von der Außenwelt abgeschnitten bleiben. Wem hilft der Einsatz im Norden? Hatte nicht irgendwer den Auftrag bekommen, hier eine Eisenbahnstrecke zu bauen? Wir merken schon: Die Freiwilligkeit ist irgendwie an der Werbung für die eigene Sache (ans Marketing) gekoppelt.

Zum Beispiel: Da werden Viehdiebe zu 30 Jahren Haft verurteilt. Was geschieht mit korrupten Namibiern?

Und wie erklärt man sich, daß eine Farm für N$ 3,7 Millionen enteignet wird, wo die Regierung doch für dieses Geld vier andere Farmen hätte kaufen können - und viel mehr Men-schen neu ansiedeln könnte. Aber wo Politik eine Rolle spielt,...

So könnte man die Reihe bizarrer - aber vielleicht deshalb: namibischer - „Tatsachen" fortsetzen. Zum Bei-spiel; Wie oft wird doch behaup-tet, eine Zeitung, die es gratis gibt, sei schon deshalb nichts wert; man könne sie wohl nicht mit Anzeigen unter-stützen... Aber wenn eben solch eine Zeitung eine Firma oder bedeutende Organisation (berechtigt/ unberech-tigt?) kritisiert, dann ist die Hölle los!

Zum Beispiel: Was geschieht mit Paulus Kapia, dem Vizeminister, der nur wenige Tage im Amt war, dann Urlaub nahm und seinen Rücktritt ankündigte (bevor es andere für ihn tun konnten)? Bekommt der eine Pension?

Wie gut, daß man über solch horrende Widersprüche noch schmunzeln kann.

WIKA! Lüka! Küska! Oska! Tsumka! Helau!

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