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Sunday 11th of September 2005 Die namibische Regierung hat vor, 15 Millionen Hektar Farmland bis 2020 für landlose Bürger umzuverteilen, sagte Frans Tsheehama, Staatssekretär im Landministerium während eines zweitägigen Symposiums über Land-reform, das von der Universität Nami-bia organisiert wurde. Angeblich sei die Reform zu langsam, die Praxis „williger Käufer, williger Verkäufer" greife nicht schnell genug. ,,Die 240 000 Landlosen sind unglücklich darü-ber", sagte Tsheehama, ohne näher zu definieren, wie der Staat zu dieser Zahl der Landhungrigen kommt oder wer von ihnen das geäußert habe. Tsheehama vermied das Wort ,,Enteig-nung" (expropriation) und sprach nur von ,,Zwangskäufen" (compulsory acquisition) - ein neuer Begriff seitens des Ministeriums. Neu war auch seine Aussage, der Agrarsektor müsse weniger ,,rassen-betont" gemacht werden (to de-racialise), damit sich das Schwarz-Weiß Verhältnis auflöst. Raimar von Hase, Präsident der Nami-bischen Agrarunion (NAU) machte anhand von offizieller Statistik deut-lich, daß inzwischen 5 Millionen Hektar in den Besitz Schwarzer ge-wechselt seien. ,,Das sind 15.6 Prozent des Agrarlandes, die Weißen haben nur noch 79.6 Prozent, oder 28,7 Millionen Hektar", so von Hase. Schon 741 Far-men gehörten schwarzen Namibiern, führt er weiter aus, dazu kämen noch die 146 Farmen, die von der Regierung für die Besiedlung mit landlosen Bürgern aufgekauft wurden. Der NAU-Präsident betonte weiter, daß die Regierung Kriterien für Enteig-nung nennen sollte. ,,Wir schlagen auch vor, einen ständi-gen Vermittlungsausschuß zu gründen, der sich aus allen Vertretern der Regierung, NAU und des kommunalen Farmerverbandes sowie der Farm-arbeitergewerkschaft zusammensetzt. Dieser Ausschuß kann bei Farmern, die enteignet werden sollen, vermitteln und auch in anderen Angelegenheiten rund um die Landreform eine beraten-de Funktion ausüben". Der Generalsekretär der Gewerkschaft für Farmarbeiter (Nafwu), Alfred Angula hatte keinen Beitrag vorberei-tet, sondern er wiederholte lediglich seine bekannten radikalen Ansichten: ,,Das Land wurde vor über hundert Jahren von den Siedlern einfach genom-men, die dann ihren Landbesitz legali-sierten", kritisierte er.,,Wir sollten heute nicht verhandeln und beraten und Richtlinien für die Landreform ausar-beiten, das dauert zu lange. Die Land-losen sollten einfach ihr Land wieder zurückholen, so wie es damals die Siedler einfach nahmen", so Angula. |
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