Gewerkschaft greift Regierung an

Saturday 17th of September 2005
Brigitte Weidlich

Die namibische Regierung hat im Rahmen des ersten Zwangsverkaufs einer Farm, die einer weißen Familie gehört, angeordnet, daß die 12 Farmarbeiter und ihre rund 60 Angehörigen ebenfalls bis Ende November die Farm Ongombo West verlassen müssen.

Das hat inzwischen auch die Farm-arbeitergewerkschaft (Nafwu) festgestellt und ist nun plötzlich erbost über die Regierung. ,,Die Arbeiter sollen bleiben, wir lassen es drauf ankommen!" sagte Nafwu General-sekretär Alfred Angula am Donnerstag zur Presse. „Sollen sie doch von der Regierung abtransportiert werden, mal sehen ob es soweit kommt!" drohte Angula. „Wir werden die Arbeiter im ganzen Land mobilisieren, wenn es hart auf hart geht". Alle 12 Arbeiter auf Ongombo West sind Mitglied der Nafwu.

„Die Familie Wiese trifft keine Schuld, die haben ja die Instruktion vom Landministerium bekommen!", setzte Samson Amupanda, Angulas Stellvertreter, nach.

Einige Arbeiter von Ongombo wohnten der Pressekonferenz bei, sie waren bei der Nafwu vorstellig geworden, weil sie ,,Gerüchte" gehört hatten, auch sie sollten die Farm verlassen, wenn Familie Wiese Ende November weg-ziehen muss.

Angeblich hatte Nafwu vor 3 Wochen die Regierung schriftlich um eine Stellungnahme betreffs der Arbeiter auf Ongombo gebeten. ,,Bisher keine Ant-wort", kommentierte Amupanda.

Die Nafwu muss nun die selbst eingebrockte Suppe auslöffeln: In der Pressemitteilung vom Donnerstag ist zu lesen, daß sie 2004 von sich aus die Regierung ersuchte, Ongombo West ,,zu enteignen, was auch geschah". Nur an die Arbeiter dachte die Nafwu nicht. Angula flog Donnerstag abend nach Deutschland um dort 1 Jahr zu studieren, finanziert von Berlin.

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