Das hätte sich Evi Prion nie träumen lassen

Saturday 15th of October 2005
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976 war sie in Deutschland, um Schnee zu sehen. 1987 wollte sie den Karneval mit guten Freunden erleben. Und diesmal Hansi Hinterseer...

Das hätte sich Evi Prion aud Windhoek nicht träumen lassen: Wo auch immer sie in Deutschland hinkam, sie wurde auf Händen getragen. Während der Rheinfahrt entdeckte sie in Bad Mäustereifel das Heino-Restaurant mit "Heinos Haselnuß-Torte", beim Oktoberfest in München war sie fasziniert vom Trachtenumzug, vom Umzug der festlich und bunt geschmückten Pferde und dem "ganzen Rummel"... Den Höhepunkt bildete jedoch der Abend des 3. September in der Staudenlandhalle zu Fischach, auf den sie sich schon in Namibia gründlich vorbereitet hatte und für den sie 40,20 Euro Eintritt zahlte.

Dieses Konzert mit Stefan Mross (der durch das Programm führte), Astrid Harzbecker, Mara Kayser und dem Schifferklavier-Duo Bettina und Patricia beschreibt Evi Prion wie folgt: „Halbwegs durch Deutschland, dann in Sulzbach angekommen, fuhr Herr Peter Pirner eine Freundin, seine Mutter und mich nach Augsburg, dann nach Fischach zur Veranstaltung von Hansi Hinterseer. Zwei Stunden standen wir vor der Tür. Um 19 Uhr strömten die Menschen in die Stauderlandhalle. Frau Pirner und ich saßen ziemlich in der Mitte der Halle, ich mit dem Plakat, das meine Tochter Anke gemalt hatte, aufgerollt in der Hand. Leider habe ich zu spät gemerkt, daß ein Verkauf von CD, Musikkas-setten und natürlich Souvenirs von Hansi Hinterseer wie T-Shirts, Schlüs-selringe, Schals und vieles mehr angeboten wurde

Als ich an den Tisch kam, stand Astrid Harzbecker vor mir: Ich konnte es nicht fassen, die Leute, die ich über Deukom kannte, hier vor mir zu sehen.

Ich komme aus Namibia (Afrika) und sehe sie jetzt hier. Freundliche Umarmung, ich kaufe eine CD, die sie unterschrieb.

20 Uhr kam Stefan Mross auf die Bühne. Er führte den ganzen Abend durch die Veranstaltung. Zuerst erschienen im hervorragenden Bühnenlicht Patricia und Bettina mit Schifferklavier, Astrid Harzbecker sowie Mara Kayser. ALLE haben einen großen Applaus bekommen. Dann Hansi Hinterseer. Alle standen auf, jubelten ihm zu: Kinder, Erwachsene brachten sogar Blumen auf die Bühne zu ihm.

Das Licht schwenkte in den Saal, wo rund 1700 Menschen waren. Es wurde geschunkelt und ich nahm mein Plakat und zeigte es ihm. Beim dritten Mal sagte Hansi, er sehe ein Plakat mit Hansi und Namibia. Was ist da los? Das muß ich mal von nahe betrachten. Er kam runter zu mir, ich ging ihm entgegen. Es war einfach wundervoll, diesen Menschen so nahe zu sehen. Ich sagte, einmal im Leben eine Auffüh-rung von ihm zu sehen, das ist wunder-voll, und ich habe die Reise so einge-richtet, daß ich nun hier in Fischach bin. Er frsgte mich, wo ich lebe und wie ich nach Namibia kam.

Meine Vorfahren: Mein Grossvater kam 1895 nach Deutsch-Südwest Afrika, 1930 meine Eltern und 1932 bin ich geboren. Mit Hilfe des Internet hatte meine Familiefestgestellt, daß Sie heute hier auftreten, erzählte ich dem Künstler. Er war sehr stolz, daß man ihn in Namibia hört und sagte, das sei einen riesengroßen Applaus wert. 1700 Menschen gaben mir solchen Applaus.

Er sang weiter, der Saal schunkelte, Kerzen wurden abgezündet, der Applaus war riesengroß und fast ohne Ende.

23 Uhr war Schluß. Ich ging raus, um noch Unterschriften zu bekommen. Da stand eine Reporterin von Hansi Hinterseer vor mir. Herr Hinterseer möchte noch mehr wissen von mir. Wir unterhielten uns über unser Land, wo ich alle Übertragungen von Hansi Hinterseer und ALLE Volksmusik mir in Namibia anschaue, von Frau Reiber, Moik, Heck, Silbereisen und alles was geboten wird in Musik.

Sie nahm ein Foto von mir mit dem Plakat von Hansi-Namibia und sagte, am Montag werde es in der Augsburger Zeitung sein; und so war es dann auch. Unter der Überschrift: „Kein Weg zu weit für Hansi".

Viele Leute aus dem Saal kamen zu mir und fragten mich über Namibia aus, z. B. ob es wirklich wahr sei, daß alle Farmer enteignet werden sollen. Nein, sagte ich, kommen Sie doch selber in unser Land.. Wir haben viele Menschen, die gewillt sind, zusam-menzuarbeiten und weiter aufzubauen.

Am 28. September kam ein großer Umschlag; mit CD aus Fischach. Da bedankten sich die Leute, daß ich dort gewesen war.

Folgende Personen haben mir geholfen, um Deutschland, Hansi Hinterseer und Oktoberfest zu genießen: meine Tochter Edelgard + Anke, sowie Enkeltochter Katja und Freundin Linkie Schaffner übers Internet. Nicht zu vergessen auch alle die Faxe, die von Frau Carola Tepelden und Rosi Cruys verschickt wurden."

Wir unterhalten uns bei Kaffee und Lebkuchen und Keksen aus Deutschland noch lange,... vor allem über das Oktoberfest, wo Hüte in Form von Bierfässern der große Hit waren. Natürlich hat sich Evi Prion solch einen Hut mitgebracht - und neben ihren rund 600 Fotos sind Bücher, Kassetten, Videos sowie eine Zitatensammlung von Martin Luther ausgestellt.

Man spürt ihr die Freude an; Deutschland war ein tolles Erlebnis - „und die Autos brauchten nachts nicht einmal abgesperrt zu werden".

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