Ramatex - ein Kuckucksei

Friday 4th of November 2005
Hans Feddersen

Der Gestank von Ramatex macht die Kinder krank.

Ramatex zahlt seinen rund 6000 namibischen Angestellten unverändert drei bis vier Namibia-Dollar pro Stunde; es gibt keine Erhöhungen.

Rhino Garments mußte im April geschlossen werden - wird auch Ramatex über Nacht die Produktion einstellen?

Ramatex ist immer wieder in den Schlagzeilen. Und zwar nicht immer sehr positiv: Seit Jahren fließen Abwässer mit vermutlich giftigen chemischen Substanzen ungeklärt von Ramatex in das Gammams-Rivier. Ramatex verbraucht täglich etwa 2000 Kiloliter Wasser.

Nun hat sich der Windhoeker Stadtrat mit diesen Umweltschäden befaßt. Und das Handelsministerium zog auf Regierungsebene nach: Soooo kann es nicht weitergehen. Die Stadtver-waltung verlangt neue Sickerbetten und eine Wasseraufbereitungsanlage. Schade nur, daß diese Maßnahme etwa N$ 7 Millionen kosten wird.

Bevor wir erklären wollen, warum das „schade" ist, sei ein kleiner Umweg gestattet.

Zunächst fragt man sich, ob die Zukunft dieser Textilfabrik überhaupt gewähr-leistet ist. Wie lange gibt es noch Ramatex - und wann weinen wir alle über das Geld, das für dieses Prestige-projekt hinausgeworfen wurde?

Wegen Ramatex (Infrastruktur) schuldet die Regierung der Stadtver-waltung bereits (seit 2001) N$ 30 Millionen.. Die Stadtverwaltung hat zur Entwicklung von Ramatex schon N$ 87 Millionen ausge-geben. Während der Staat die Hälfte dieses Betrages übernehmen sollte, hat er bisher nur N$ 12 Millionen bezahlt.

Am Anfang dieses Jahres wurden zur Säuberung des wassers weitere N$ 12 Millionen verspro-chen. Im April gab das Kabinett grünes Licht für N$ 1,8 Millionen. Im Oktober bezeichnete Premier-minister Nahas Angula das Wasserpro-blem bei Ramatex als „im nationalen Interesse". Das Finanzministerium sollte zu diesem Projekt N$ 13 Millionen beisteuern..

Nach heftiger Debatte im Stadtrat - wobei die Opposition (Ilme Schneider/ DTA und Nico Smit / RP) Bedenken über die Zukunft von Ramatex anbrachten, wurde beschlossen, zur Vorfinanzierung der Ramatex-Wasserreinigung N$ 1,9 Millionen bereit zu stellen.

Und das ist „schade".

Denn wer glaubt wirklich, daß Ramatex den Betrag eines Tages zurückzahlt?

Nach der Erfahrung mit der Regie-rung ist ja nicht einmal gesichert, daß die Windhoeker Stadt das Geld vom Staat zurück bekommt.

Wie dem auch sei: Der Steuerzahler muß in die Tasche greifen; tief in die Tasche greifen...

Und was in Zukunft aus Ramatex wird, das steht in den Sternen.

Viel Ärger gibts um den malay-sischen Konzern, der Namibiern Arbeit verschaffen sollte. Eine Arbeit, die sich lohnt!

back
 

Plus online by Plus Weekly
Publisher: Feddersen Publications cc.
email : info@namibiaplus.com
Tel: +264 (0)61 233635
Fax: +264 (0)61 230478
P.O.Box 21506
Windhoek
Namibia