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Saturday 12th of November 2005 Eigentlich hat er in seinem Leben schon alles erreicht. Manche glauben sogar, daß der Unbekannte Soldat im Heldenacker durchaus seine Gesichts-züge trägt. Und es gibt fast so viele Nujoma-Straßen wie Ehrendoktor-Titel... Als Präsident Nujoma vor einem Jahr - aufgrund der Verfassung, denn seine zwei Amts-termine waren um - für den Nachfolger Pohamba Platz machen "mußte", nahm er eine nennenswerte steuerfreie finanzielle Gratifikation in Empfang. Außerdem bekam er eine einmalige Rente von N$ 830 958. Nujoma studiert jetzt Geologie an der Unam. Zum Abschied bekam er drei Autos ("Dienstwagen"?), eine Hauszu-lage, zwei Privatsekretäre, zwei per-sönliche Assistenten, Haushaltsperso-nal, zwei Köche, zwei Gärtner, zwei Kellner - und wir Steuerzahler bezah-len das ja alles! Sicherheitspersonal bewacht den teuersten Studenten der Welt, der natürlich jederzeit gratis im Lande (und weit über die Grenzen hinaus) umherfliegen darf, auf eine gute Krankenkasse zurückgreifen kann, eine Zulage für seinen Wasserver-brauch und die Telefonkosten erhält. Am Anfang dieses Jahres bezog er das ehemalige Büro des Ombudsman (Nähe Christuskirche) direkt neben dem „alten" Staatshaus... Wer hier wohl wen beaufsichtigen wollte? Vonwegen Aufsicht: Insider-Kreise behaupten, daß Nujoma als Parteichef der Swapo weiterhin die Fäden der Macht zieht. So weisen manche Beobachter darauf hin, daß sich ein Paulus Kapia z.B. nicht an die An-weisungen der Partei-spitze hielt, sondern das Gespräch mit Nujoma suchte - und dann im Parlament blieb. Bis der Chef ein Machtwort sprach.... Oder: Als plötzlich Bil-der vom neuen Präsiden-ten Pohamba kursierten, erklärte das Informa-tionsministerium, es dürfe nur ein offizielles Porträt des Präsi-denten geben. Damit aber nicht genug, denn Anfang Juli gab es eine drei-seitige Direktive, wonach in Regierungs-Büros und -Gebäuden das Bild des ersten neben dem Bild des zweiten Präsidenten unserer Repu-blik anzubringen sei. Es stand dort sogar ganz genau, wie die Bilder zuein-ander versetzt sein sollten, und selbst, was im Falle eines Staats-gastes zu geschehen habe, dessen Bild aufgehängt werden sollte. Der erste namibische Präsident kann einem ob des Personenkults eigent-lich leid tun. Der Abschied von der Macht fällt ihm unheimlich schwer. Da wird zum Beispiel ein Stadion nach ihm benannt, obwohl er doch keine Zeit zum aktiven Sport hatte. Und nun soll das Parlament am kommenden Dienstag über ein GESETZ diskutieren, wonach Dr. Nujoma offiziell den Titel „Grün-dervater der Nation" (Founding Father of the Namibian Nation) bekommt. Premierminister Nahas Angula wird den Vorschlag ein-reichen... - Wer einmal im Sessel der Macht sitzt, dem fällt der Abschied schwer! |
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