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Saturday 19th of November 2005 m Parlament wird der Vorschlag eingereicht, Dr Sam Nujoma zum Gründervater der Nation zu bestimmen. Das sieht recht harmlos aus. Seltsam ist nur, daß der Premier-minister dazu eine Geset-zesvorlage einreicht... Obwohl Nujoma aus diesem neuen Titel „keine weiteren Vorteile" er-warten soll, könnte es ja auch reichen, daß er die Immunität eines Gründer-vaters bekommt (was auch immer der Titel im einzelnen bedeuten mag). Dann aber fällt ein neues Licht auf die Bemühungen des Präsidenten Pohamba im Kampf gegen Korruption. Wird Nujomas Immunität über den Amtstermin hinaus verlängert, weil man befürchten konnte, daß er in dubiose Tätigkeiten verwickelt war? Nimmt man den „Gründervater" in Schutz, nachdem er eventuell allzu intensive Gespräche mit Paulus Kapia führte? - Im Telefon-Programm des Rundfunks überschlagen sich Befür-worter des neuen Gesetzes, die alle darauf hinweisen, welche wichtige Rolle Sam Nujoma seit 1959 in der Geschichte des Landes gespielt hat. Die kritischen Stimmen, die solchen Personenkult nicht mitmachen, sind bei weitem in der Minderheit! Deshalb sei die nächste Frage erlaubt: Soll der Titel „Gründervater" auch dazu dienen, daß das Denkmal Nujoma nicht bröckelt? Oder anders: Kann sich Nujoma auf Immunität berufen, wenn man z.B. Fragen über die „Massengräber" bei Eenhana stellt? Dazu ein Griff in die Geschichte: Am 1. April 1989 soll der Friedensprozeß beginnen, der zum unabhängigen Namibia führen soll. Alle sind angetreten: In Katutura gibt es zwei Großversammlungen (Swapo und DTA locken je mindestens 8 000 Zuhörer). Martti Ahti-saari ist da und diskutiert mit dem Generaladmi-nistrator Pienaar. Pik Botha begleitet Maggi Thatcher zur Rössing Mine. - Da plötzlich breitet sich wie ein Feldfeuer die Meldung aus, daß etwa 1000 bewaffnete Swapo-Kämpfer über die Grenze gekommen seien. Südafrikanische Soldaten sind zur Untätigkeit ver-dammt, hocken unbewaffnet in La-gern - und dürfen nicht reagieren. Weil das die Aufgabe der UNTAG-Truppen ist, die noch nicht in aus-reichender Zahl im Lande verteilt sind. Südafrikaner (auch die Sondereinheit Koevoet) erhalten die Genehmigung, für ein Ende der militärischen Aus-einandersetzung zu sorgen. Der „Krieg" dauert 9 Tage (bis zur Einigung auf Mount Etjo). Wenn heute „Massengräber" entdeckt werden ist das keine Überraschung (höchstens vom Zeitpunkt her - warum gerade jetzt?). In jenen 9 Tagen hat Swapo keinen Quadrat-zentimeter Boden erobert. Aber manch einer fragt sich, ob und warum ihr Befehlshaber Nujoma diesen sinnlosen Harakiri-Befehl gab.. Es ist bezeichnend, daß eine Wahr-heits-Kommission wie in Südafrika bisher in Namibia abgelehnt wurde. |
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