WRA wehrt sich gegen Verschwendung

Friday 25th of November 2005
PLUS

Von den etwa 50 Anwesenden bei der Jahreshauptversammlung der Windhoek Ratepayers Association (WRA) waren gleich sechs neue dabei, aber dennoch war Sekretär Horst Bödecker im Gespräch mit PLUS enttäuscht:" Von unseren 226 Mit-gliedern sind 80 % Deutschsprachige, 15 % englisch und nur 5 % afrikaans". Auf die Vermutung, daß letztere obrigkeitshörig seien oder nur den Mitgliedsbeitrag der WRA sparen wollen, wollte Bödecker nicht eingehen.

Mit dem Verlauf des Treffens am Mittwoch konnte er zufrieden sein. Die Versammlung beschloß, der Exekutive ein Mandat zu erteilen, wonach die Stadtverwaltung im Bedarfsfalle wegen ihrer Außenstände gerichtlich verklagt werden soll. Dabei handelt es sich um Schulden der Regierung für das Staatshaus und Ramatex. Aber auch die Ausgaben für eine Eskorte, die seiner-zeit Premierminister Theo-Ben Guri-rab in den Norden begleitete (N$ 15 960), sollen aus dem Budget des PM zurückverlangt werden.

Ein weiteres anliegen war der Vorstoß der Stadt, von der Geschäftswelt ein höheres Depositum zu verlangen, das dem Monatsver-brauch entspreche. Dabei würde die Stadt jedoch keine Zinsen zahlen. Hier schlug die WRA vor, ein Festgeldkonto (6,5% Zinsen) bei einer Bank einzurichten, die dann der Stadt das Geld garantiert. „Das kostet höchstens 2,5 %, also bleiben dem Geschäftsmann noch 4 % Zinsen."

In jüngster Zeit taucht ein neues Problem auf: Dem Mieter einer Woh-nung werden Strom und Wasser nicht etwa abgeschnitten (und der eigentümer wird auch nicht über Außenstände benachrichtigt), sondern die Schulden werden aufgehäuft und dem Eigen-tümer angelastet, der sich dann wun-dert: Will er das Haus verkaufen, bekommt er kein „Clearance Certifi-cate" von der Stadt. In einem Falle war die Schuldenlast auf N$ 17 800 gestiegen, was sogar N$ 2000 von einem „fremden Grundstück" ein-schloß.

Stadtdirektor Taipopi nahm trotz Einladung nicht am WRA-Treffen teil; er befand sich in Johannesburg. Auch ein Gastredner, der über das neue Depositum sprechen sollte, hatte von den Vorgesetzten wohl kein grünes Licht erhalten.

Fazit: Angesichts der Überzahl von Swapo-Vertretern im Stadtrat ist es dringend erforderlich, daß ein Gegen-gewicht geschaffen wird. Ob dies mit stillschweigender Duldung der Oppo-sition geschieht oder nicht: Das Modell WRA kann wichtig sein. Deshalb ist der Beschluß, bei Bedarf vor Gericht zu ziehen, ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings sollte man sich als Steuerzahler nicht darauf verlassen, daß „die anderen sowieso für meinen Vorteil sorgen". Der nächste „weiße Elefant": Das Fußballstadion...

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