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Saturday 10th of December 2005 Weihnachtszeit, fröhliche Zeit. Vor allem aber auch: versöhnliche Zeit. Man ist geneigt, nichts Böses zu sehen, zu hören, zu glauben. Das Leben ist ja auch viel angenehmer, wenn es (mal) keinen Ärger gibt! Und den gibt es, weiß Gott, genug. Ob es die Parkplätze vor der Post oder allgemein in der Innenstadt sind - man ärgert sich. Und wenn die Post dann nicht ausge-teilt wurde? Man ärgert sich... Ob es die Sorgen um das bleifreie Ben-zin sind: Wie klappt die Versorgung im Urlaub? Ob es öffentlich hinge-richtete Löwen sind... oder die kleine Krise mit Deutschland... oder der allzu afrikanische Weihnachtsbaum in Swakopmund, man findet immer etwas, was sogar in der Adventszeit Anlaß zu höherem Blutdruck gibt... Trotz der kleinen Krise mit der namibischen Delegation in Berlin soll Deutschland die Entwicklungshilfe aufgestockt haben. Nicht verdoppelt, wie man in Namibia gehofft hatte, als der Termin zur Unterzeichnung des „Versöhnungsvertrages" noch nicht verstrichen war. Aber immerhin: Es fließt mehr Geld von Berlin nach Windhoek. Frohe Weihnachten! Aber man hört, daß Deutschland als Teil der Begründung äußerte, man sei schließlich mit dem Verlauf der Land-reform zufrieden - und möchte auch in diesem Bereich helfen. Nun sind inzwischen zwei weitere Farmen enteignet worden (von 18, die dieser Gefahr ausgesetzt sind). Oko-rusu (ganz recht, wie die Mine) und Marburg - Eigentümerin seit 1978 ist die Namibierin Heide-Marie Lach-einer-Kuhn (also nicht fremde Land-lords im Ausland) mußte die Farmen am 5. Dezember an die Regierung übertragen, was sie am Dienstag tat... OB-WOHL sie nicht mit dem Kaufpreis einverstanden ist. Im Gegenteil: Der Fall wird vor das Land-reform-Tribunal gezerrt werden. Eine Premiere. Denn wir hören immer, daß man sich offiziell nach der Verfassung („Willing Buyer, Willing Seller") richtet. Die Regierung behauptet, der von der Besitzerin verlangte Preis sei zu hoch. Der/die Eigentümerin erklärt, die Regierung zahle nicht genug. Und schon gibt es Streit. Um wieviele Millionen es hier für die 3 409 Hektar Okorusu und 5 111 Hektar Marburg geht, soll uns derzeit nicht interessieren. Aber interessant ist, daß die Regierung wohl Interesse an der Grafit-Mine hat (Fluor-Spar). Denn wer sich für die Ausbeutung von Mineralien interessiert, der denkt wenig an Landverteilung. Damit stimmten die Richter am 12. Juli 2003 überein, als Frau Lach-einer-Kuhn um einen „Waiver" bat. Wenn die Regierung nicht interes-siert ist, können andere Käufer gesucht werden. Die Regierung hatte auf das Kaufangebot vier Monate lang nicht reagiert. - Der Preis ist neuerdings der Knackpunkt! Dafür gibt es das Tribunal, das erstmals aktiv werden muß. Was die Abschät-zer feststellen (den angemessenen Marktpreis), scheint die Regieren-den nicht zu interessieren. Die Einseitigkeit der Enteignung seitens der Regierung ist erschreckend und nicht einmal gegen Ausländer ausgerichtet: Die Farm Okorusu ist seit 1927 im Besitz des Gustav Lach-einers, die Farm Marburg sogar seit Mai 1914! Frau Lacheiner-Kuhn übernahm die Farmen 1989. Frohe Adventszeit! |
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