![]() |
![]() |
|||||||||||||||||||
|
Hoffentlich bleibt uns die Literatur-Zeitschrift “Felsgraffiti” lange erhalten! Tuesday 24th of January 2006 Im Dezember erschien die erste Ausgabe der "Deutschen Literatur-zeitschrift für Namibia". Man kann der Zeitschrift, die vom Deutschen Kulturrat und einigen Anzeigenkunden finanziell unterstützt wird und deshalb nur N$ 35 kostet, wünschen, daß sie endlich den Durchbruch schafft, den andere Zeitschriften mit ähnlicher Zielsetzung bisher in Namibia nicht schafften. Das Redaktionsteam möchte die Fachzeitschrift halbjährlich erscheinen lassen, was beim derzeitigen Umfang (20 Seiten) kein großes Problem darstellen sollte. Inhaltlich darf man allerdings gespannt sein, ob diese ehrgeizige Initiative den Sprung auf die namibische Bühne schaffen wird und dort überlebt. Die erste Ausgabe von Felsgraffiti (ISSN1815-9028) enthält zehn Beiträge aus den Schreibwerkstätten, die in Arandis stattgefunden haben - und das ist sehr verständlich. Wer irgendwann die Produkte seines kreativen Schrei-bens der breiteren Öffentlichkeit vorstellen möchte, findet hier ein ideales Forum. Interessant, aber durch den Informa-tionsfluß unserer modernen Technik hinreichend bekannt, sind die Beiträge „aus der Welt der Literatur" (diesmal über Hans Christian Andersen, Thomas Mann und Friedrich Schiller). Tipps zum Lesen im Internet sowie Lesetipps für Autoren schlagen die Brücke zum elektronischen Netz - und man darf sich fragen, warum die Welt der inter-nationalen Literatur hier angedeutet wird, wenn man doch ausreichend mit Internet-Hinweisen (Links) bedient werden könnte. So bleibt die Feststellung: Dort, wo sich Autoren an eigene Beiträge wagten, findet der Leser durchaus Neues und Anregendes.Das gilt für den Leitartikel („Felsgraffiti - der Name als Programm") ebenso wie für die originelle und sehr lustige Glosse („Aufs Maul geschaut: Check die Keule!"). Das gilt aber auch für das Interview mit dem Direktor der Natio-nalbibliothek Namibias. In etwas geringerem Maße fällt auch das Autorenporträt (Südafrikas Nobel-preisträger J.M. Coetzee) in diese Kategorie: Richtig gut gelungen, aber wie soll es weiter gehen? Wann kommen namibische Autoren unter diese Lupe? Namibische Autoren lernt der Leser (und Sammler von „Felsgraffiti") vor-erst durch Rezensionen kennen. Die Besprechung des Buches „Treibholz" von Helmut Sydow, in der einige faktische Angaben über Verlag und Erscheinungsort fehlen, ist insgesamt überzeugend gelungen, obwohl man sich fragt, ob die „so genannten pornographischen Szenen" nicht ausge-sprochene Beispiele der kurz zuvor beschriebenen „Spannungsdynamik" sind - hier allerdings die Herrschafts-ansprüche von Mann und Frau betreffend. Schließlich ist dieses Thema in der deutschen Literatur schon seit den Nibelungen präsent. Überhaupt sollte sich das Autorenteam in einer zukünftigen Ausgabe von „Felsgraffiti" mal an das Thema „Was ist Pornographie?" oder andere lite-ratur-philosophische Aufgaben wagen. Dann könnte vielleicht auch die grundsätzliche Frage nach namibischer Literatur beantwortet werden (was die Nachfrage und Vermarktung, aber auch das Niveau ruhig einschließen sollte). Die deutsche Literaturzeitschrift für Namibia „Felsgraffiti" hat es sich zum Ziel gesetzt, das Verfassen von Texten zu fördern, die mit Namibia in Verbindung stehen. Es wird vermutlich viele solcher Beiträge geben, die überwiegend in Kinder- oder Tierge-schichten angesiedelt sein könnten. Als Anregung für Schreiberlinge könnte man in „Felsgraffiti" auch auf die gesellschaftliche Komponente der Kunst (Literatur) hinweisen und ein Forum schaffen, das zuletzt sogar von Akademikern genutzt wird. Schon bald werden die Leser des „Felsgraffiti" auch aktuelle Neuigkeiten aus Namibias Literaturszene erwarten. Der erste Schritt ist getan. Es bleibt zu hoffen, daß sich endlich einmal eine Literaturzeitschrift durchsetzt und das nicht nur, weil das Projekt vom Deutschen Kulturrat unterstützt wird. |
|||||||||||||||||||
![]() |
Plus online by Plus Weekly |
![]() |
||||||||||||||||||





