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Friday 27th of January 2006 Zum Beispiel das Erziehungswesen... Wo auch immer die Kolonialzeit bekämpft, besiegt und beendet wurde, gab es auf unserem Kontinent das Ziel der „Afrikanisierung". Dabei vergaß man, sich zur Welt hin zu öffnen. Was soll das heißen? Jedes Jahr gibt es in Afrika - nicht nur in Namibia! - hohe Durchfallquoten, v.a. im ersten Studienjahr. Wenige Studenten können einen Text interpretieren. Sie können ihre Gedanken nicht logisch ordnen. Im Bemühen um eine kulturelle Entkolonisierung werden zwar Seminare (workshops) über alle möglichen und unmöglichen Themen veranstaltet, aber dadurch fördert man keineswegs moderne Wissenschaft und Technologie. Workshops schläfern den Geist ein und erreichen dennoch, daß afrikanische Schüler und Studenten nach Abschluß der Schule oder des Studiums furchtbar stolz auf sich selber sind. Dabei sind sie zu Wiederkäuern degradiert, die mit Informationen über traditionelle Werte, vor allem aber „Widerstand gegen die Kolonisation" gefüttert wurden Auf diesem Stand bleibt der junge Mensch stehen, auch wenn es ihm gelingt, eine Arbeit (vielleicht sogar als Manager) zu finden. Der Hauptteil der neuen Helden gegen kulturelle „Verwestlichung" ist gera-de mal in der Lage in seiner Mutter-sprache oder einer Fremdsprache (englisch!!) zu lesen und zu schreiben. Die Semi-Intellektuellen werden schnell zum Lumpenproletariat in städtischen Zentren - ständig auf der Suche nach „viel Geld für möglichst wenig, leichte Arbeit". Und das in einer Welt, die durch gnadenlose Konkurrenz bestimmt ist. Natürlich kann Afrika auf vieles stolz sein. Und natürlich sind auch Afrikas Kinder wißbegierig. Aber warum wählt man dann genau jene Themen, die für Afrikas Moral am wenigsten erhebend sind (Sklaverei und Koloni-alismus)? Warum steckt der Lehrplan in der Ver-gangenheit fest? Und wenn schon: Warum zieht man angesichts der weltweiten Kräftever-hältnisse nicht Lehren aus der Vergangenheit? Nur dann kann man sich auch von ihr trennen - und zusehen, daß sich Sklaverei und vor allem Kolonialismus nicht wiederholen. Afrika sollte endlich erwachsen werden und aufhören, sich selbst zu belügen. Die Einteilung in gut und böse hat bisher nur zu einer Isolation des Kontinents geführt, der sich dadurch gegen jeden Fortschritt verschließt. Vom Kindergarten bis zur Universität herrscht die gleiche Misere: Dürfen afrikanische Kinder und Jugendliche eigentlich suchen und finden? Oder richten sie sich nach ihren „Vorbildern", die ständig nur zusehen, daß sie der Hierarchie treu bleiben? Warum öffnet man sich nicht dem Zeitalter globaler Informations-Technologie? Es wäre vielleicht gut, nicht ständig „den Westen" (der für Almosen gut genug ist) als große Konkurrenz zu verdammen, sondern die Konkurrenz in anderen Ländern der so genannten Dritten Welt zu suchen: Brasilien, China, Taiwan, Hongkong, Indien. In einer Welt, wo Diplome nur noch ausreichen, die „harte Wirklichkeit" und Realität in ideologische Träume zu verschleiern, kann unsere Jugend nur bestehen, wenn sie nach der ausbildung kreativ genug ist, um für sich selbst (verantwortungsvoll) Arbeit und Einkommen zu kreieren. Damit Afrika Kapital bilden kann. |
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