Zur Rettung von Sea Point

Friday 28th of February 2003
Michael Rockstroh

Illegale Ausländer, die kriminellen Tätigkeiten nachgehen werden abgeschoben; Hausbesitzer werden gezwungen, ihren Besitz instand zu halten; gegen die Drogenszene wird scharf vorgegangen; für die Obdachlosen werden Heime eingerichtet.

Dies sind die Pläne, an denen das Innenministerium, die Polizei, Hilfsorganisationen der Obdachlosen und der Stadtrat arbeiten. In der vergangenen Woche hatten ihre jeweiligen Vertreter eine Besprechung gehalten auf der die obigen Massnahmen als Nahziele festgelegt und Wege zur Durchführung besprochen wurden: Es gelte zu vermeiden, dass Sea Point ein Hillbrow am Atlantik wird, so die einstimmige Meinung der Teilnehmer. Es dürfe nicht länger geduldet werden, dass Hausbesitzer ganze Wohnblocks an Drogenhändler und Zuhälter vermieten und etablierte Geschäftsleute daraufhin abwandern.

Hillbrow war bekanntlich einst einer der gehobenen Vororte Johannesburgs, in dem das Leben pulsierte. Heute ist daraus ein Slum geworden.

Des Nachts vergehen kaum ein paar Stunden, in denen keine Sirenen von Einsatzfahrzeugen der Polizei zu hören sind. Auf Sea Points Strassen wird vorwiegend mit Dagga, Mandrax und Ecstasy und auch Kokain gehandelt. Im Durchschnitt erfolgen jeden Monat 200 Festnahmen wegen Drogen-Vergehen, Diebstahl, Hehlerei, Trunkenheit oder Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit, ungehöriges Verhalten oder nach Klagen über selbsternannte Autowächter.

Der Stadtrat von Sea Point, Jean-Pierre Smit, ist der Ansicht, dass sich das Übel auf einem relativ kleinen Abschnitt der Main Road konzentriert. Der müsse dringlich ‘in Ordnung gebracht’ werden.

Einen ‘City Improvement District’ für Sea Points Main Road, von der Glen Gariff bis zur Regent Road, wird es nach Aussagen des Leiters der Cape Town Partnership, Michael Farr, schon in nächster Zeit geben. Die Partnership hat mit ihren ‘C.I.D’s’ bereits in anderen Teilen der Innenstadt gewaltige Erfolge erzielt. Die heutige desolate Lage Sea Points ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Mittel der lokalen Polizeiwache um 70% gekürzt worden sind. Dies führte zwangsläufig zum Zusammenbruch der Polizei.

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