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Namibia ehrt Väter der Verfassung Friday 10th of February 2006
Nachdem die Regierung 15 Jahre lang den Tag des Grundgesetzes ignoriert hat, fand nun am Donnerstag, den 9. Februar, am 16. Jahrestag der Unterzeichnung des Grundgesetzes, ein feierlicher Staatsakt vor dem Tintenpalast statt. Das ist just die Stelle, an der 1990 die offizielle Bekanntgabe der akzeptierten Ver-fassung aller politischer Parteien ge-macht wurde, im Beisein der Poli-tiker, die in rund 80 Tagen die Ver-fassung erarbeitet hatten. Das berühm-te Foto der ,,Gründungsväter" auf den Stufen des geschichtsträchtigen Tinten-palastes wurde dort aufgenommen. Neun Redner der Regierung wie Justizministerin Ivula-Ithana, Gerichts-präsident Petrus Damaseb, Erziehungs-minister Mbumba und Familienmini-sterin Mungunda sowie Parlamentsprä-sident Theo-Ben Gurirab sprachen über die Verfassung, doch faszinierten die Rede von Ex-Premier-minister Dr. Hage Geingob und die von Opposi-tionsführer Ben Ulenga die geladenen Gäste, darunter Diplomaten und Altpolitiker wie Dirk Mudge, Hans-Erik Staby, Niko Bessinger und Kosie Pretorius. Geingob hatte seine Doktorarbeit über Namibias Weg in die Demokratie 2004 beendet und ein Kapitel daraus, über die Entstehung der Verfassung, wurde extra als Sonderdruck am Donnerstag verteilt. Geingob, der als exzellenter Redner bekannt ist, beschrieb bei dem Staatsakt wie, sich die verschiedenen Parteivertreter, die geradezu gegen-sätzliche Ansichten hatte, innerhalb von 80 Tagen zusammenrauften und das namibische Grundgesetz, das weltweit als mustergültig gilt, debattierten, oft hitzig, manchmal laut, doch von dem festen Willen besessen, die ,,besten Kompromisse für alle Bürger" zu erzielen. ,,Das ist uns gelungen und wir können stolz darauf sein, auch heute nach 16 Jahren", sagte Geingob. 1990 wurde der Vorschlag von DTA-Chef Dirk Mudge, den 1982 von der SWAPO erstellten Verfassungsentwurf prinzi-piell zu akzeptieren und Einzelheiten auszufeilen. ,,Wir mußten uns in 3 wichtigen Punkten einigen: die Exe-kutivgewalt des Staatspräsidenten, die Wahlkommission und das zweite Haus, dem Nationalrat", so Geingob. Der Parteichef der Kongreßdemo-kraten, Ben Ulenga lieferte eine kritischen Rückblick. ,,Namibier kämpften für eine demokratisches Namibia und starben dabei", sagte Ulenga, selbst ein ehemaliger Frei-heitskämpfer. Doch sei die Verfassung noch nicht genügend verinnerlicht worden im täglichen politischen und sozialen Leben. ,,Seit 16 Jahren wird die Opposition negativ dargestellt, ja dämonisiert, angeführt von der Regie-rung und ihren Hauptvertretern. Institutionen wie die NBC und die Wahlkommission sind nicht neutral, sondern politische Werkzeuge für die regierende Partei", beklagte Ulenga. |
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