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Saturday 25th of February 2006 Wie gut es uns doch geht! Es ist zehn Jahre her, da verkündete die UNO das Jahrzehnt gegen Armut, - und was für ein Szenario bietet sich heute in aller Welt? Mehr als eine Milliarde Menschen ohne Zugang zu gesundem Trinkwasser oder Gesund-heitsdiensten, ohne Woh-nungen. An dieser Stelle möchte man behaupten, daß der Kampf gegen Armut vermutlich ein Schlag ins Wasser war. Die UNO hat sich nicht mit Ruhm bekleckert! Wenn man sich in Afrika umschaut, ist aber auch die Demokratisierung nicht gerade weit vorangeschritten. In Bulawayo (Zimbabwe) wurden vor wenigen Tagen 181 Demonstranten festgenommen, denen es in der Unter-suchungshaft nicht gerade sehr gut ergeht. Aber das ist halt Zimbabwe, möchte man sagen. Dann schauen wir doch mal nach Angola: Da wartet man schließlich sehnsüchtig auf die ersten freien (demokratischen?) Wahlen seit der Bürgerkrieg gegen die Unita vorbei ist. Es hat doch irgendwann mal - vor 14 Jahren - Wahlen in Angola gegeben, aber wozu? Das weiß heute kaum noch jemand, denn der Bürgerkrieg ging unmittelbar danach weiter. Je näher der Wahltermin rücken könn-te (es gibt nur die vage Angabe, daß Angolaner in diesem Jahr an die Wahlurne gehen sollen), desto unwahr-scheinlicher erscheint die Wahl. Die Vorbereitungen - wie Wählererfassung - gehen im Schneckentempo voran (wobei man mit diesem Ausdruck eher sogar die Schnecken beleidigt). Und nun erklärte Präsident Dos Santos, daß die Infrastruktur verbes-sert werden müsse, bevor man an Wahlen denken kann. Er sprach vom Regierungsprogramm, das bis 2007 für eine Verbesserung der wichtigsten Straßen und Bahnverbindungen sorgen soll. 2007, wohlgemerkt! Erst dann werde der Wähler an Wahlen teil-nehmen wollen. Interessant, interessant! Solange bleibt Dos San-tos nämlich automatisch im Amt, das er seit 1979 (!) bekleidet. Kaum aus-zudenken, wie die De-mokratie in Namibia aussehen könnte, wenn man Wahlen vom Zu-stand der Straßen abhängig machen würde! Vielleicht sollte ein Präsident oder Parteichef sofort im Amt bleiben, wenn es regnet!? Aber wo bleibt der internationale Protest? Immerhin waren manche Angolaner nicht einverstanden mit Dos Santos, obwohl: die Straßen sind ja tat-sächlich in einem saumäßigen Zu-stand! Wir erinnern uns: 1975 wurde Angola unabhängig, 1992 gab es die ersten Wahlen. Sie sollten zum Frieden nach 17 Jahren Bürgerkrieg führen. Die Unita bestritt sofort das Wahlergebnis. Der Konflikt endete erst im April 2002. Diesmal bestehen immerhin Richt-linien für eine Wahl, aber noch kein Zeitplan. Wenn nun Dos Santos die Infra-struktur verbessern möchte, sollte man sich fragen, ob dies nicht in jedem Falle und überhaupt eine Aufgabe der Regierung ist, die man auch nach den Wahlen fortsetzen könnte. Es scheint, als wolle er mit diesem schönen Versprechen Wähler gewinnen. Wie also steht es um die Demokratie in Angola? Und in anderen Afrika-staaten weiter nördlich? Wenn man sich gleichzeitig überlegt, was sich seit 1989 in Namibia getan hat, dann können wir also ganz zufrieden sein. Im Vergleich zu anderen... Warten wir also den 21. März ab! |
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