Uschi Eid in Windhoek

Saturday 3rd of May 2003
Brigitte Weidlich

Wo immer sie während ihres viertägigen Namibia-Aufenthalts vom 27. bis 29. April hinkam, war es eine Begrüßung unter alten Bekannten: die grüne Politkerin Dr. Uschi Eid kennt die meisten Minister Namibias und hohe Regierungsbeamte durch ihre Kontakte vor der Unabhängigkeit, als die wichtigsten Funtionäre der jetzt regierenden Swapo-Partei im Exil lebten. Die Grünen sympathisierten mit der Swapo für die Unabhängigkeit von dem südafrikanischen Apartheidsregime und Uschi Eid hatte mehrmals Namibia in der Zeit vor 1990 besucht, um sich auch vor Ort ein Bild von der Situation in der ehemaligen deutschen Kolonie zu machen.

 

Noch Anfang 1998 als oppositionelles MdB im Troß des vorigen Bundespräsidenten, Dr. Roman Herzog auf Namibiareise, wurde sie nach dem Wahlsieg nur wenige Monate später, im Oktober 1998 parlamentarische Staatssekretärin im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ).

Jetzt hatte ihr erster offizieller Besuch in Namibia eine doppelte Funktion: die Staatssekretärin informierte sich hier über den Fortschritt der Landreform, den neuesten Stand der deutschen Entwicklungshilfe im Land, die bilateralen Beziehungen und hatte auch Termine mit Oppostionsparteien. Zum anderen ist Dr. Eid seit Oktober 2001 die Sonderbeauftragte von Bundeskanzler Gerhard Schröder für den Afrika-Aktionsplan der G-8 Staaten. So galten ihre Gespräche mit Premierminister Theo-Ben Gurirab, und Außenminister Hidipo Hamutenya auch als Gelegenheit, ihreseits den aktuellenStand dieses Aktionsplans seitens der Bundesregierung zu erläutern und sich aber auch über Nepad, der afrikanischen Wirtschaftsinitiative unter Südafrikas President Thabo Mbeki, auszutauschen. Mit dem Minister für Land, Umsidelung und Rehabilitierung, Hifikepunye Pohamba, sprach Dr. Eid über die Landreform.

Einzelheiten ihrer Gespräche wurden nicht bekannt. Auch auf der kurzfristig angesetzten Pressekonferenz ging es nicht um Resultate ihrer Gespräche, sondern um Entwicklungshilfe und die 7,5 Millionen Euro, die Deutschland bereitstellt um die Landreform in Namibia zu unterstützen – in der Form von landwirtschaftlichen Geräten, Ausbildung für Neusiedler und Saatgut. Hiesige Journalisten wollten wissen, ob Deutschland Reparationen an die Herero zahlt, die 1904 unter dem Befehl General von Trothas erschossen und in die wasserlose Kalahariwüste getrieben wurden, wo sie zu Tausenden umkamen. Eine Klage gegen manche deutsche Firmen oder deren Nachfolger zwecks Wiedergutmachung ist via eines Gerichts in Washington D.C. am Laufen.

,,Unsere Entwicklungshilfe ist so angestzt, daß sie allen Namibiern zugute kommt und die Herero waren nciht das einzige Volk, daß unter der deutschen Kolonialherrschaft gelitten haben”, sagte Dr. Eid am Dienstagabend zu Journalisten. Im Januar 2004 stehe das hundertjährige Gedenken des Hereroaufstandes an und sie selbst würde nächstes Jahr aus diesem Anlaß Namibia wieder besuchen.

Auf die Landreform angesprochen, meinte sie, es wären große Fortschritte erziehlt worden: die namibische Regierung habe ihr, Eid, versichert, das Prinzip ,,williger Käufer – williger Verkäufer” werde beibehalten, zum anderen seien schon tausende Namibier auf Farmen angesiedelt worden und ab diesem Jahr habe die Regierung 50 Millionen statt wie bisher 20 Millionen N$ für Farmankäufe bereitgestellt.

,,Ich hatte ein Gespräch mit dem Vorsitzenden des Farmverbandes der kommerziellen Farmer und war überrascht über den Sinneswandel dieser fast nur weißen Farmer. Sie engagieren sich, stehen im Dialog mit der namibischen Regierung und erstellen gerade einen Plan für die Landreform, den sie der Regierung demnächst vorlegen wollen – das finde ich sehr positiv”, lobte Dr. Eid, die auch einen deutschstämmigen Farmer besucht hatte, um sich ein Bild über den Stand der Landreform and Ort und Stelle zu machen.

Vor Schülern der Oberstufe der Deutschen Höheren Privatschule (DHPS) erklärte sie, wie wichtig Nepad sei, ,,eine großartige Vision, ganz und gar von Afrikanern initiiert und eine Strategie, die Entwicklung Afrikas voranzutreiben”. Der Aktionsplan der G-8 sei keine Verdoppelung von Nepad, sondern eine Ergänzung dazu, so Eid.

Ancheinem kurzen Aufenthalt von 2 Tagen in Südafrika, wo sie u.a. mit Präsident Thabo Mbeki zusammentraf, reiste Dr. Eid am 1. Mai nach Nairobi weiter, der letzten Station ihres Afrikaaufenthaltes. Zur selben Zeit besuchte auch der parlamentarische Verkehrsausschuß von Sonntag is Mittwoch Namibia unter Führung von Ewald Oswald (CDU/CSU), dem vorigen Verkehrsminister.

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