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Saturday 25th of March 2006 Blicken wir auf den Staatshaushalt, so wim-melt es dort zunächst von Prozentzahlen und Zif-fern.Daß Zigaretten und Alkohol teurer werden, kann man fast als Tradition bezeichnen. Erfreulich ist die Anhebung der Renten von N$ 300 auf N$ 370 („ein Kasten Bier mehr"?) und daß die Steuern nicht erhöht wurden. Und dennoch: Man hört viel zu wenig kritische Worte über das Vorhaben, die nationale Fluggesellschaft wieder einmal mit N$ 153 Millionen zu sub-ventionieren. Haben wir etwa schon vergessen, daß im Vorjahr „nur" N$ 33 Millionen versprochen wurden - mit dem Hinweis:„Dies ist das letzte Mal!" - Und für den Staatspalast werden N$ 44 Millionen bereit-gestellt. Das Build Together Pro-gramm (Wohnungsbau für die Armen) muß im Jahr mit N$ 20 Millionen auskommen - die Möbel für den Staatspontok allein kosten N$ 22 Millionen. Für die Renovierung wichtiger Straßen steht wohl kein Geld zur Verfügung? Im vergangenen Jahr war ein Über-schuß von N$ 511 Millionen erwartet worden. Tatsächlich betrug dieser N$ 114 Millionen. Wir müssen dankbar sein, daß wir N$ 6,1 Milliarden von der Zollunion SA-CU erhalten. Damit sind wir „geret-tet", aber wie wird das weiter gehen? An die Tatsache, daß unsere Verschul-dung seit der Unabhängigkeit zunimmt, haben wir uns fast gewöhnt. Es gibt Beobachter, die mit wachsender Begeisterung darauf hinweisen, daß unsere Arbeitslosigkeit nur so „in Grenzen" gehalten werden konnte. ABER... Der Arbeitsmarkt wächst künstlich, wenn überhaupt... Die Ausgaben sind um 18 Prozent gestiegen. 42,1 Prozent des Haushalts entfallen auf Beamten-Gehälter. Das Personal unserer Regierung nahm im vergangenen Jahr anzahlmäßig um 6 Prozent zu. Und inzwischen sind 4,3 % der Bevölkerung im Staatsdienst beschäftigt. Das sind erschreckende Zahlen! Denn: Wir sind ein Volk, von dem 44 % unter 15 Jahre alt sind. Von der wirtschaftlich aktiven Altersgruppe ist etwa jeder 9. oder 10. Namibier Beamter! Das muß man sich vorstellen! Der so genannte Tertiär-bereich (Dienstlei-stungen, darunter Staatsdienst) nimmt zu. Was man vom Primar-bereich (Minen, Farmerei, Fische-rei) leider nicht sagen kann. Der Staatsdienst trägt aber keineswegs zur Wertschöpfung bei. Eher zur Korruption... Nicht etwa nur, weil Beamte vielleicht eher mit der regierenden Partei sympathisieren, weil diese ihren Lebensunterhalt bezahlt... Wir haben zu viele Ministerien! Als Nujoma sein erstes Kabinett bekannt gab, gab es 18 Ministerien. Heute gibt es 27 Minister. Um die Wirt-schaft anzukurbeln, müßten weniger Posten geschaffen und mit fähigen Leuten besetzt werden. Der Ver-gleich mit Deutschland (80 Mio. Einwohner, 13 Minister) oder Bo-tswana (2 Mio Menschen, 14 Minister) bietet sich an. Hier hätte Präsident Pohamba anset-zen können. Aber am 21. März gab es keine Andeutung von einem neuen Kabinett (oder ähnliche Sparmaß-nahmen). Gespart wurde „nur" an Orden; immerhin! Kurz: Im Staatshaushalt kann man durchaus andeuten, wohin der Weg für die Wirtschaft führt. Unser Etat verrät, daß der Tertiärbereich (Be-amte, Dienstleistungen) wächst. Damit loyale Parteigenossen unter-kommen? Dabei steigen die Staats-schulden (30% des BSP waren er-wartet worden, es sind 35% gewor-den) und das Defizit (2007 schon N$ 1,13 Milliarden). Angesichts der geringen Wertschöpfung ist das zu viel. Wann platzt diese Blase? Erwarten wir einen Schuldenerlaß?
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