![]() |
![]() |
|||||||||||||||||||
|
Friday 9th of May 2003 In Südafrika wird man nervös. Niemand weiß so recht, was von dem neuen Gesetz über "wirtschaftliche Ermächtigung der Schwarzen" erwarten soll. Und natürlich überstürzen manche Firmen die Entwicklung bereits im Vorfeld der Gesetzgebung. Black Economic Empowerment (BEE) ist kein Modewort, sondern der böse Geist, der einem großen Teil der Geschäftswelt Angst und Schrecken einjagt. Da bleibt es nicht aus, daß Übereifrige in ihrer Strategie zu bemerkenswerten Mitteln greifen... Ein Fischerei-Unternehmen, das mit Pferdemakrelen zu tun hat, fordert jetzt in Walfischbucht Lieferanten auf, sich deutlich festzulegen: „Definieren Sie Ihr Unternehmen als Schwarze Firma (Black Company), als Black Empowered Company oder als Black Influenced Company"? So heißt es im Rundschreiben von Erongo Marine Enterprises (Oceana Gruppe). Und man definiert - sozusagen als Hilfe - diese Kategorien: Schwarz ist eine Firma, wenn sie zu 50,1 % schwarze Besitzer und Manager (= Exekutivdirektoren) hat. Black Empowered heißt dann 25,1 % der Besitzer und Manager (= Exekutivdirektoren) sind Schwarze - und „schwarz beeinflußt" ist ein Unternehmen, dem zu 5 - 25 Prozent schwarze Eigentümer und Exekutiv-Direktoren angehören. Aus dem Schreiben geht ferner hervor, daß in spätestens 10 Jahren private Firmen mit über 50 Angestellten die Oceana Gruppe nur noch beliefern dürfen, wenn sie „schwarze Firmen" sind... Ganz nebenbei wird erwähnt, daß man auch Wert darauf legen würde, ob schwarze Frauen anerkannt und gefördert werden. Ausdrücklich werden weder weiße Frauen noch Behinderte in diesen „vorteilhaften Bewertungen" beachtet. Nun mag wohl jede Firma oder Firmengruppe das Recht haben, sich ihre Lieferanten selbst auszusuchen... Aber muß man deshalb einen Rundbrief an kleine Unternehmen schicken, die sich entsprechend der Vorgabe als schwarze Firma, Black Empowerment Firma oder Black Influenced Firma identifizieren und dann im beigelegten Briefumschlag diese Antwort zurückschicken sollen. Frage: Nimmt diese übereifrige Firma sich hier nicht vor dem Hintergrund „umgekehrter Apartheid" ein wirtschaftliches Recht heraus, das ihr nicht zusteht? Und wenn sie doch doieses recht hat... wir dachten Geld fragt nicht nach Hautfarben!! Oder doch? |
|||||||||||||||||||
![]() |
Plus online by Plus Weekly |
![]() |
||||||||||||||||||





