Reiseziel Namibia ?! - Da fehlt es aber an Informationen!

Saturday 1st of April 2006
Birgit Münz und Simon Haag

m Februar/März-Heft 2006 der „Travel News Namibia" ist zu lesen, dass 100 deutsche Reiseagenten auf Initiative von Dertour das Land bereisten und in Windhoek an einem Workshop teilgenommen haben. Man kann nur hoffen, dass diese Bemühungen das Bild Namibias in deutschen Reisebüros nachhaltig ändern werden.

Nachdem wir in mehreren Gesprächen mit durchaus reiseerfahrenen und weltoffenen Personen festgestellt hatten, dass kaum Kenntnisse über Namibia vorhanden sind, dass Bemerkungen wie „ist das nicht eines der schwarz-afrikanischen Länder?" oder „wahr-scheinlich vergleichbar mit Tansania, Mozambique, oder was es sonst noch alles gibt" und „ist das nicht das Land, das irgendwann mal Kolonie war", ständig wiederholten, befragten wir im Herbst 2005 Reisebüros nach dem dort vorhandenen Wissen über das Land. Das Ergebnis unserer Feldversuche, die wir in Süddeutschland in einer Kleinstadt (ca. 21.000 Einwohner) und einer Großstadt (ca.150.000 Einwohner) durchführten, war in vier von fünf Fällen katastrophal.

Grundsätzlich wurde Namibia als Reiseziel im südlichen Afrika erst auf wiederholte Nachfrage angeboten. Oft hatten die Reisebüromitarbeiter kaum Kenntnisse über Afrika und boten Südafrika an, da von diesem Land am meisten Katalogmaterial vorhanden ist. Über Namibia erhielten wir zum Teil haarsträubende Informationen. Als Hauptstadt wurde uns Swakopmund genannt, wo man auch ganzjährig einen Badeurlaub verbringen könne. Das pulsierende Lüderitz wurde mit der Geisterstadt Kolmanskuppe verwechselt. Ein andermal wurde von Swakopmund als Badeort wegen der Skelettküste abgeraten. In drei Fällen wurde dem Krügerpark in Südafrika der Vorzug vor dem Etosha Nationalpark gegeben, einmal kannte man diesen schlichtweg nicht. Ein weiteres Mal wurde auf die Frage nach Tieren Kenia empfohlen. Über die Straßenverhältnisse bekam man verschiedentlich die Auskunft: Wenn in den Katalogen PKW-Touren angeboten würden, könne man auch überall mit dem PKW hinreisen. Nur ein einziges Reisebüro machte darauf aufmerksam, dass manche Straßen nur mit 4 x 4 bereisbar seien. Auf Nachfrage nach den gebräuchlichen Sprachen kam in einem der renommiertesten Reisebüros in der Fußgängerzone der 150.000 Einwoh-nerstadt die Antwort, in Namibia werde kaum Afrikaans gesprochen, nur Eng-lisch. Auch Deutsch spreche kaum einer. Manchmal treffe man noch auf deutsche Straßennamen, aber ohne Englisch käme man auf gar keinen Fall zurecht.

Trotz der sicherlich vielfach erfolgreichen Bemühungen des NTB gibt es also noch viel zu tun, um das Reiseland Namibia in Deutschland noch bekannter zu machen.

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