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Friday 9th of May 2003 Noch bevor ich in Deutschland ins Flugzeug stieg, war ich seit mehr als 2 Wochen in Namibia ein illegaler Einwanderer. Am 6. Februar bestieg ich als zukünftiger Namibia Tourist in Düsseldorf ein Flugzeug der LTU Richtung Windhoek über München. Nach langer Anreise sah ich zum ersten mal die heisse Sonne Windhoeks am frühen Morgen des 7. Februars. Nach 120 minütigem Schlangestehen gab ich dem "qualifizierten" Immigranten Officer meine Einreiseunterlagen, die ich im Flugzeug und noch zwei mal in der Schlange ausfüllen musste und erhielt daraufhin von ihm den Einreisestempel. Was mir aber erst Wochen später auffiel, war die Tatsache, dass in meinem Pass nicht der 7. Februar als Einreisetag stand, sondern bereits der 7. Januar! Zusätzlich fiel mir auf, dass ich mit dem falschen Datum im Stempel meine Aufenthalserlaubnis von 90 Tagen überschreiten würde. Umgehend rief ich die Deutsche Botschaft in Windhoek an, die mir sagten, dass ich mich mit dem Problem an die Social Affairs in Windhoek oder Walvis Bay wenden solle. Aus Vorsicht oder Vorahnung hatte ich meine Flugtickets fotokopiert und dachte mir, diese als Beweismittel meiner Unschuldigkeit nutzen zu können, da auf dem Ticket das richtige Einreisedatum zu lesen war. Als ich beim Social Affairs in Walvis Bay ankam, wurde ich mit meinem Problem umher gereicht, bis ich endlich beim Immigranten Officer im Büro landete. Ich schilderte ihm mein Problem, worauf er mich hinwies, dass ich nur eine Aufenthaltsgenehmigung von 20 Tagen bewilligt bekommen habe (Handschriftlich am Flughafen im Pass eingetragen –ich hielt es für eine schlechte Unterschrift) und ich somit bereits seit dem 27. Januar illegal im Land sei! Von meiner Schilderung und den Beweisen, dass ich doch erst am 7. Febraur eingereist sei, hielt der Officer recht wenig. Ich war sehr irritiert und erzählte ihm daraufhin vom Gespräch mit der Deutschen Botschaft, die mir eine Touristen-Aufenthaltsdauer von 90 Tagen zugesagt hatten. Darauf er: "Nicht die Botschaft hat das Sagen, ICH habe hier das Sagen!!!" Leicht eingeschüchtert hielt ich mich von nun an sehr zurück. Nachdem ich dem Immigranten Officer versicherte, dass ich sowieso in 10 Tagen ausreisen wolle, musste ich mehrmals mein Abreise-Flugticket zeigen. Nach längerem Überlegen kam er dann zur Lösung des Problems: ich solle 138 N$ zahlen, so der Beamte und meine Aufenthaltsgenehmigung würde dann bis zum 11. April bewilligt. Ich wollte natürlich umgehend zahlen, um weiteren Stress zu vermeiden, doch Geld nehmen die guten Leute dort ab 13 Uhr nicht mehr an- das hiess für mich, dass ich mir erneut eine Mitfahrgelegenheit von Swakopmund nach Walvis Bay organisieren musste und am folgenden Morgen erneut im Immigranten Office stand. Der Fall muss sich wohl schon im Büro rumgesprochen haben, da der mir nun bekannte Beamte direkt zum Telefonhörer griff und sagte: "Der Deutsche ist wieder hier, er braucht eine Verlängerung seiner Aufenthaltsgenehmigung". Nach zahlreichen Läufen vom Büro zum Schalter und zurück usw. hatte ich alle Unterlagen ausgefüllt und die besagten 138 N$ bezahlt. Nun wollte man meine Nerven ein weiteres Mal auf eine Geduldsprobe stellen, indem man mir sagte, dass ich in 7 Stunden wieder kommen solle, um mir meinen Reisepass inkl. Stempel abholen zu können. Ich erklärte der Schalterbeamtin, dass ich mit Pass und der Quittung erneut im Büro erscheinen solle (war mir spontan eingefallen), woraufhin sie mir die Unterlagen inkl. Reisepass gab und ich diese dem Officer unter die Nase hielt. Er stempelte willig ab und ich erhielt, nach Kopie meiner Flugtickets, den ersehnten Pass inkl. gewünschten Stempel mit korrektem Aus-/Abreisedatum. Mal schaun, welche Hindernisse am Flughafen in Windhoek auf mich warten….. Wenn Namibia sich den äusserst wichtigen Wirtschaftszweig "Tourismus mit Deutschen" weiterhin beibehalten möchte, sollten sich die Männer dort oben überlegen, wie sie mit ihren "Kunden" umgehen. Ich lasse mich jedoch nicht durch diese Schikane davon abhalten, erneut in das wunderbare Namibia zu reisen- dann aber erst im nächsten Jahr und ich werde dann direkt nach der Zollkontrolle meine Papiere inkl. Stempel kontrollieren, um erneuten Stress zu vermeiden. L. P. (Name ist der Redaktion bekannt) |
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