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Friday 28th of April 2006
Der nebenstehende Brief wurde am vergangenen Wochenende von der Lüderitzbuchter Handelskammer aus an alle Geschäftsleute in Lüderitzbucht geschickt. Aus dem Wortlaut kann man erkennen, wie schlimm dieser große Regen Schaden in Lüderitzbucht angerichtet hat. Außerdem meldete Marion Schelkle, daß es am Samstag nachmittag immer noch in Strömen regnete: „Viele Arbei-ter können nicht zur Arbeit kommen, da in Benguella und auch in der neuen Siedlung am alten Golfclub einfach chaotische Zustände herrschen. Das Wasser strömt von den umliegenden Bergen in die Hütten und Häuser, und inzwischen sind fast 500 Bewohner obdachlos, oder haben fast alles verlo-ren. So lange es Wetteraufzeichnungen gibt, hat es in Lüderitz. einen solchen starken und anhaltenden Regenfall noch nie gegeben. Z.Zt steht es bei 110 mm - seit dem 15.4.2006. Und es regnet immer noch. Im Jahre 1987 regnete es am 20.Juli 32 mm - und damals war es schon ein großes Ereigniss, zumal es auch gleichzeitig in dem Winter in Aus schneite. Der jetzige Regen in und um Lüderitz-bucht herum kann mit Sicherheit als Katastrophe eingestuft werden. Die meisten Straßen sind unbefahrbar; die vielen ungeteerten Straßen gleichen Flüssen, und der aufgeweichte Lehm spült endlos auf die wenigen Teer-straßen. Wasserabflüsse an den Haupt-straßen gab es noch nie - warum denn auch, denn - der Durchschnittsregenfall pro Jahr liegt ja lediglich bei 20 mm. Lüderitz-bucht ist auf Fels gebaut und das Wasser kann nicht wegfließen. Gullideckel heben sich schon teilweise und die Stadtverwaltung, mit den wenigen Hilfsmitteln, ist einfach überfordert. Es wäre gut, wenn Hilfe auch von außerhalb der Stadt käme. Die Wasserleitung, die vom Koichabtal Lüderitzbucht mit Wasser versorgt, ist auch beschädigt. Daher gibt es nur für kurze Zeit täglich Wasser aus der Leitung. Stromausfälle gibt es inzwi-schen alle paar Stunden. Ich werde versuchen noch einige Bilder zu machen, aber habe Angst stecken zu bleiben. Der Weg zum Nest Hotel und zur Haifischinsel ist eine Kata-strophe. Die Ecke am ehemaligen Nieswandt Boatyard ist ein riesiger Damm, und hier handelt es sich um die Hauptverbindungsstraße zwischen den Fischfabriken und dem Hafen. Das neue Sportgelände ist total über-schwemmt und die Mauern ringsherum sind fast alle umgefallen, oder weggespült. Urlauber sind ja die Nässe gewohnt, aber sie sind ja in Afrika, um die Sonne und die Wärme zu geniessen. Geduldig warten sie besseres Wetter ab, und bleiben im Hotel. Ein Ausflug zum Dias Point und entlang der Halbinsel ist unmöglich, denn die große Lagune am Ende der Bucht ist total unter Wasser, und selbst ein Allradfahrzeug hätte da Probleme. Hoffentlich hört es bald auf zu regnen, so daß sich hier wieder alles norma-lisiert. Nasse Grüsse aus Lüderitzbucht Marion Schelkle |
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