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Friday 12th of May 2006 Am kommenden Montag wollte Lüderitz einen neuen Stadtrat und einen Bürgermeister wählen. Das wird nun nichts mehr, denn sie Wahlen wurden bis auf weiteres ver-schoben. Der Grund dafür ist:Sechs Ratsherren - Bürger-meister George Shimani, seine Stellvertreterin Emilia Amupewa, der Vorsitzende der Exekutive Simon Haindongo, dessen Stellvertreterin Wilhelmina Sylvester, Pesca Mapale und Johannes Valombola - wurden vom Amt suspendiert. Einfach so mir nichts dir nichts. Wenn jemand einen anderen verprügeln will, wird er auch einen Stock finden... Hier könnte man der Frage nachgehen, wer wohl wen verprügeln wollte. Es ist seltsam, daß alle Swapo-Mitglieder im Stadtrat von ihrem Distriktsbüro rausgeworfen werden. Es ist auch seltsam, daß der stellver-tretende Generalsekretär der Partei, John Pandeni, angeblich nicht informiert war. Sein Chef Tjiriange hat noch nicht reagiert. Es ist auch seltsam, daß die Säuberung vorgenommen wird, kurz bevor Neuwahlen solche Personalfragen geklärt hätten. Es ist auch seltsam, daß die Aktion selbst für das Hauptbüro der Swapo überraschend kam. Man spricht dort von übereilten Entschlüssen und mangelnder Konsultation. So bleibt die Feststellung: Lüderitz ist ohne Stadtrat. Nur das DTA-Mitglied Jennifer van den Heever ist offiziell noch im Amt. Die Lüderitzbuchter kamen mit ihren Vertretern ganz gut aus. Ex-Bürger-meisterin Amupewa war zugänglich und tolerant (etwa, wenn es um den Lüka ging). Als Bürgermeister Shima-meni ins Amt gewählt wurde, gab es eine Menge Vorschußlorbeeren. Der Versuch einer Erklärung: Swapo-Mitglieder werfen den suspendierten Stadträten „Machthunger" und Korruption vor, was in den letzten fünf Jahren besonders gravierend gewesen sei. Da benutzten sie Dienstwagen für Ptrivatzwecke. Da wurden „Finanzen mißverwaltet" und die Straßen-Infrastruktur war unzweckmäßig. Zur Erinnerung: 2004 verabschiedete die Regionalrätin für Karas, Hilma Nicanor in einer „Nacht- und Nebel-aktion" eine Kandida-tenliste, nicht mit den intern gewählten Vertre-tern übereinstimmte. Damals gab es eine Demon-stration in Lüderitz... Nicanor nahm in dieser Woche an einer Sitzung des Nationalrates teil und „wußte von den Vorgängen nichts" . Wie überhaupt erstaunlich wenige Funktionäre etwas gewußt haben wollen. Eine interne Angelegenheit, die intern gelöst werden soll...? Gleichzeitig heißt es aus Okahandja, daß dort eine „Nujoma-treue Fraktion" unter dem Deckmantel einer so genannten „Concerned Group" eine Beschwerde gegen die vier Swapo-Stadträte eingereicht habe, die als Anhänger des ehe-maligen Außenministers Hamutenya gelten. Es wäre keineswegs das erste Mal, daß die Nujoma-Loyalisten aktiv werden und bestimmte Gremien (bis hin zu den Gewerkschaftsspitzen - und nun auch die Stadträte) mit Hardlinern der Nujoma-Linie beset-zen will. Gerade in der Umgebung von Okahandja ist die Gruppe unter Otto Ipinge aktiv: in Partei-Sektio-nen, Zweigstellen und auf regionaler ebene wurden neue Wahlen durchgeführt. Die Exekutive des Distrikts wurde ersetzt... Und nun ist der stadtrat von Okahandja an der Reihe. Zurück nach Lüderitz: Ein Vergleich mit den Vorgängen in und um Oka-handja läßt vermuten, daß die regierende Partei angesichts der Neuwahlen aktiv wird - oder doch zumindest jene Mitglieder der Partei, die noch immer den Macht-bereich des Gründerpräsidenten ausweiten möchten. Chaos in der regierenden Partei? Oder sorgt der Präsident der Partei dafür, daß die Abgeordneten beim nächsten Parteitag ihn zum Ptäsidenten "bis zum Lebensende" wählen? Denn der Präsident der Partei ist ein besonders mächtiger Mann... |
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