RAMATEX konnte doch alles haben

Saturday 20th of May 2006
Hans Feddersen

Die Firmenleitung von Ramatex hat doch von Anfang an alles bekom-men. Seit 2002 ist der Betrieb ein reines Prestige-Projekt. Und noch dazu sehr teuer! Wie internationale Mafiosi haben sie unsere Stadt-verwaltung - und selbst die Regierung - über den Tisch gezogen. Allein die Stadtverwaltung hat Schaden in Höhe von etwa N$ 30 Millionen erlitten. So wurde z.B. das Grundstück nicht bezahlt! Es wurden Steuer-gelder verplempert. Und nun soll die Regierung mindestens eine halbe Milliarde hinblättern, um den maroden Betrieb zu übernehmen. Denn es ist zu befürchten, daß 6000 Namibier entlassen werden müssen - und vor 6000 Arbeitslosen hat die Regierung Angst. Aber warum wurden die Einrichtungen von Ramatex nicht schnellstens beschlagnahmt? Gründe dafür hätte es doch schon in der Vergangenheit mehrfach gegeben! Wir haben regelmäßig vor Eamatex-Machenschaften ge-warnt... Im Falle einer Zusammenarbeit, mit der Namibia großkotzig eine Nische im Textilien-Weltmarkt erobern sollte, trafen wohl Krimi-nelle und Dumme aufeinander? In diesem Falle kann man nicht mehr vom „gentleman‘s agreement" sprechen! Wer sind denn die Gentlemen aus dem Fernen Osten? Die haben angeblich keine Lust mehr, weil sie in den Medien angegriffen wurden, weil die Beziehungen zu den Angestellten „schlecht" waren (tja, wenn diese Angestellten nicht einmal ihren kargen Lohn ausbezahlt bekommen), daß die Arbeits-unkosten hoch und die Produktivität niedrig waren, und daß Namibier nich „wettbewerbsfähig" arbeiten. Dabei behaupten die Asiaten, genug zur Ausbildung von Namibiern beigetragen zu haben - und man ist geneigt, ihnen zu glauben, wenn sie darauf beharren, daß Namibier eine „seltsame Arbeitshaltung" hatten. Wir kennen doch unsere Pappen-heimer! Aber die Regierung sollte unter gar keinen Umständen weitere 500 Millionen (oder gar noch mehr) aus dem Fenster werfen! Auch dieses „Angebot" des Herrn Albert Poh Lim Boon an Premierminister Angula muß man skeptisch betrachten. Schließlich wurden viele, viele Abmachungen mit der Windhoeker Stadtverwaltung nicht eingehalten. Nun hört man bereits wieder, daß Ramatex weitere Steuerermäßigungen angeboten bekam. Daß Ramatex jedoch keineswegs die 12 000 Arbeits-plätze für Namibier schuf, die versprochen worden waren, sollte man auch nicht vergessen. Im Gegenteil: Hier werden 2000 Ausländer beschäftigt, ... um „Qualität zu garantieren". Nur bei der Chemie der Färbe-Abteilung zählte Qualität wohl nie!? Zu unserem Schaden!

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