Kameeta hält an Armenrente fest

Saturday 20th of May 2006
Brigitte Weidlich

Bischof Zephania Kameeta von der evangelischen Kirche in der Republik Namibia (ELCRN) verfolgt weiterhin das Ziel, jedem Bürger zwischen 1 und 59 Jahren eine Mindestrente (Basic Income Grant) zu ermöglichen. Der ursprüngliche Vorschlag kam 2002 von der Namibischen Steuerkommission (NamTax) auf Bitten der Regierung. Durch Erhöhung der Mehrwertsteuer und anderen Steuern wäre die Rente von N$100 pro Monat an über eine Million Namibier bezahlbar und würde etwa N$1,3 Milliarden kosten. Das Konzept hatten die Pastoren Claudia und Dirk Haarmann, beide im Dienste der ELCRN, angepaßt und im April 2005 wurde es vorgestellt. Der Dachverband aller Nichtregierungs-organisationen Nangof und der Gerwerkschaftsverband NUNW bilden mit den Kirchen die Koalition für die Mindestrente. Am Montag aber berichtete die NBC in den Fernseh-nachrichten von einem Treffen der Koalition mit Premierminister Nahas Angula, bei dem er im Namen

des Kabinetts das Konzept offiziell abgelehnt hatte. Die Regierung würde schon N$1,2 Milliarden an Sozialaus-gaben haben, die zusätzliche Bürde einer Mindestrente mache ,,keinen ökonomischen Sinn", so Angula. Sollte eine solche Rente in der Zukunft nötig werden, sei die Regierung gesprächs-bereit, signalisierte Angula.

Kameeta teilt der Presse am Donners-tag mit, er sei ,,überrascht", daß die NBC davon im Fernsehen berichtet habe, obwohl keine Journalisten zuge-gen waren. Wie PLUS erfuhr, hatte ein Beamter des Premiers das Treffen per Videokamera festgehalten und aus unbekannten Gründen der NBC-Redak-tion zur Verfügung gestellt. ,,Jetzt mußten wir auch öffentlich reagieren", so Kameeta, „wir bleiben am Ball und bleiben mit der Regierung im Dialog"

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